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Der neue Chef ist ein alter Bekannter

Der neue Chef ist ein alter Bekannter

Bernd Düvel verlässt Trier nach vier Jahren als Geschäftsführer der Galeria-Kaufhof-Filiale in der Fleischstraße. Sein Nachfolger Michael Trittermann ist gleichzeitig einer seiner Vorgänger. Im Gespräch mit dem TV nehmen beide Stellung zu Veränderungen im Warenhaus, zur Online-Strategie und zur Zukunft der beiden Trierer Kaufhof-Standorte.

Trier. Das Chefbüro der Galeria Kaufhof in der Trierer Fleischstraße liegt im vierten Obergeschoss, wo normalerweise kein Kunde hinkommt. Die imposante Aussicht auf die Dächer der Stadt löst an diesem Tag bei einem Mann Wehmut aus, bei einem anderen Vorfreude. Der bisherige Geschäftsführer Bernd Düvel (57, zwei Kinder) räumt seinen Posten, um künftig heimatnäher als Chef der Galeria Kaufhof Düren (Nordrhein-Westfalen) arbeiten zu können: "Trier hat mir sehr gut gefallen. Die Stadt bietet eine hohe Lebensqualität, liebenswerte Menschen und ein attraktives Umland."
Sein Nachfolger Michael Trittermann (54, drei Kinder) stimmt zu: "So ist es mir damals auch gegangen. Und deshalb passt es für mich heute auch wieder." Der Diplom-Kaufmann, von 2000 bis 2004 Geschäftsführer bei Galeria Kaufhof Trier und zuletzt in Koblenz, will meist zwischen seinem Hauptwohnsitz Bonn und Trier pendeln.

Die Bilanz: Düvel verweist auf viele Veränderungen in der Filiale. "Wir haben das zweite Obergeschoss komplett umgebaut. In der Sportabteilung haben wir zum Beispiel beim Thema Wandern Kompetenz aufgebaut, die uns im Wettbewerb interessant macht." In einem eher stagnierenden Umfeld habe die Filiale mehr Umsatz gemacht und damit Marktanteile erobert.

Der Faktor Luxemburg: Im Nachbarland stehen mehrere Center-Eröffnungen bevor (der TV berichtete). "Umso mehr müssen wir auf eine gute Anbindung Triers achten. Kunden müssen mit dem Auto bequem rein und raus kommen. Luxemburger kaufen in der Regel hochwertig", stellt Düvel fest.

Das Trierer Pfund: Michael Trittermann schwärmt von der "wunderschönen Innenstadt und einer guten Mischung aus großen Anbietern und inhabergeführten Geschäften".
Die Anziehungskraft Triers sei sehr hoch.

Die Mitarbeiter: 100 eigene Mitarbeiter hat die Kaufhoffiliale, hinzu kommen etwa 20 Beschäftigte von Fremdfirmen. Bei den Abteilungsleitern gab es zuletzt einen Generationswechsel. "Zu unserem Stammteam gehören viele langjährige Mitarbeiter, die sich mit dem Standort in hohem Maß identifizieren", sagt Düvel.

Die Herausforderung Online-Handel: Trittermann betont, weiterhin alle Kanäle vernetzen zu wollen: "Wir verteufeln nicht einen bestimmten Weg. Der Kunde hat die freie Wahl. Er kann zum Beispiel zu Hause die Verfügbarkeit der Ware prüfen und sie dann im Warenhaus anprobieren." Düvel betrachtet das Internet als Mittler: "Das Anfassen der Ware, die individuelle Beratung gibt es bei uns vor Ort."

Die beiden Trierer Standorte: Es bleibt bei der ungewöhnlichen Konstellation mit zwei Kaufhof-Filialen in einer Stadt (Fleischstraße und Simeonstraße). Die Begründung von Düvel und Trittermann: "Beide Häuser funktionieren gut. Ein Haus allein könnte diese Zahlen nicht erwirtschaften." Das Untergeschoss in der Fleischstraße soll nicht wie früher als Lebensmittelabteilung, sondern weiter für Saisonware genutzt werden. Dort stehen zeitlich begrenzt große Flächen für Trachten, Weihnachtsmarkt oder Karnevalsware zur Verfügung.

Die Perspektive: Michael Trittermann nennt als Grundprinzip des Hauses: "Wer richten uns konsequent an den Wünschen der Kunden aus und setzen auf Serviceorientierung. Im textilen Bereich sind wir sehr gut aufgestellt. Es geht darum, die Lage zu analysieren und neue Chancen zu identifizieren."

Ein neues Einkaufscenter: Düvel schätzt den Qualitätsgewinn durch die Trier-Galerie, die auf einer Brache entstanden sei. Ein zusätzliches Einkaufscenter in Trier wäre aus seiner Sicht jedoch kontraproduktiv: "Das würde die Einzelläden schwächen und zu einem Qualitätsverlust führen. Der Verbraucher hätte letztlich nichts davon."