Der Norden soll schöner werden

Im zweiten Teil der Serie über Bürgerinitiativen in Trier fällt der Blick in die Gegenwart. Seit 2006 engagiert sich das Netzwerk Trier-Nord für seinen Stadtteil. "Weniger Verkehr, mehr Grün und mehr Netzwerk" ist das Motto der Bürgerinitiative.

Trier. Steter Tropfen höhlt den Stein, so ist die Arbeit der Bürgerinitiative Netzwerk-Nord zu beschreiben. Zwar blicken die zwölf permanent engagierten Trier-Norder um ihren Sprecher Philipp Bett (23) noch nicht auf spektakuläre Erfolge, aber auf stetige Arbeit zurück.

"Alle Ideen der Bürgerinitiative findet man im Stadtteilrahmenplan wieder", sagt der Geschichts- und Theologiestudent. Und dieser Plan enthält Konzepte für die Zukunft von Trier-Nord. Betts Motivation für sein Engagement ist in erster Linie Lokalpatriotismus: "Ich bin hier sehr, sehr glücklich aufgewachsen."

Los ging es mit dem Netzwerk-Nord bei einer Zukunftskonferenz 2006. Der damalige Oberbürgermeister (OB) Helmut Schröer hatte die Trier-Norder eingeladen, um "Zukunftsmalerei" zu betreiben, das heißt Ideen zur Verschönerung des Stadtteils auszutauschen. Der Einladung folgten mehrere Vereine, der Ortsbeirat und zahlreiche Bürger.

In Arbeitsgruppen erstellten sie erste Konzepte. Die wurden am 27. Juni 2007 bei einem Treffen mit dem neuen OB Klaus Jensen gebündelt.

Am Ende standen vier Ziele auf dem Zukunftsplan: das Netzwerk-Nord, die Gestaltung und Anbindung des Moselufers, das Grüne Band Trier-Nord und Verkehrsberuhigung.

Während die Verwaltung sich um die Verkehrsberuhigung und die Begrünung des Stadtteils kümmern wollte, standen das Moselufer und das Netzwerk auf der Agenda der Bürger. Die Netzwerkidee setzten die Bürger um, indem sie eine überparteiliche, offene Bürgerinitiative (BI) gründeten. Erster Sprecher der BI war Knut Wichmann. Bett hat ihn 2008 abgelöst, nachdem Wichmann aus Trier weggezogen ist.

Eine Absichtserklärung, unterzeichnet von Jensen und den anwesenden Bürgern, legte eine erste Frist fest, in der die anderen Projekte bearbeitet werden sollten. Das habe zu einem Missverständnis geführt, sagt Bett. "Da wurden falsche Hoffnungen geweckt."

Die Ideen aus dem Netzwerk-Nord sind laut Bett fristgerecht zu Papier gebracht worden. Die Stadt habe indessen ein bisschen länger gebraucht. "Die Verwaltung war noch nicht so weit wie wir. Wir haben dann auch die Projekte der Verwaltung mit Ideen gefüllt."

Die Ideen findet man jetzt im Stadtteilrahmenplan wieder, aber wichtiger als dieses Dokument sind für Bett die kleinen Erfolge - zum Beispiel wurde die Engelstraße zu einer Anliegerstraße gemacht. "Wir sehen uns als Zecke der Verwaltung und haken in Sachen Verkehr immer nach." Am liebsten würden die Trier-Norder das ehemalige Moselbahngelände nutzen, um die Metternichstraße zu verlängern und so den Stadtteil zu entlasten. Aber das ist Zukunftsmusik.

Ein kleiner Erfolg für die BI war die Aufstellung eines Schaukastens am Bürgerhaus Trier-Nord, der über ihre Aktivitäten informiert. Ebenfalls für die Öffentlichkeitsarbeit wurde kürzlich im Internet auf volksfreund.de ein Blog des Netzwerks-Nord eingerichtet. Dort können sich Interessierte informieren und diskutieren. Obwohl die Arbeit des Netzwerks sich schwierig gestaltet, denkt ihr Sprecher nicht ans Aufhören. "Dafür ist mir Trier-Nord zu wichtig."