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Der Osburger Seelsorger sagt Adieu

Der Osburger Seelsorger sagt Adieu

Acht Jahre lang war Erwin Recktenwald Seelsorger im Osburger Hochwald. Am 28. April nimmt er Abschied - will aber auch nach seinem Wechsel ins Saarland Kontakt zu den Menschen in der Pfarrreiengemeinschaft Waldrach halten. Sie wird er in guter Erinnerung behalten, ebenso wie die schöne Aussicht aus seinem Osburger Pfarrhaus.

Waldrach/Osburg. In der Pfarreiengemeinschaft Waldrach heißt es am Wochenende Abschied nehmen. Erwin Recktenwald, seit acht Jahren Pfarrer in Osburg, Thomm, Farschweiler, Herl und Lorscheid, wechselt ins saarländische St.Wendel. Dort wird er als Kooperator den leitenden Pfarrer für 14 600 Katholiken unterstützen.
In den vergangenen drei Jahren hatte Recktenwald diese Funktion selbst für die zwölf Waldracher Pfarreien mit rund 16 000 Katholiken inne. Bis vor einem Jahr leitete er die Pfarreiengemeinschaft gemeinsam mit den Pfarrern Thomas Corsten (Pluwig) und Rainer Justen (Ruwer), die auf Wunsch des Bistums bereits im Sommer wechselten (siehe Hintergrund).
Recktenwald ist froh, künftig "weniger Verwaltungsaufwand" zu haben, sagt er. Er möchte wieder "ein bisschen näher bei den Menschen sein". In den größeren Seelsorgeeinheiten, wie sie nach der Strukturreform vor zwei Jahren im Bistum entstanden sind, werde es zunehmend wichtiger, "sich um die Leute in den Räten zu kümmern". Sei hätten "verantwortungsvolle Aufgaben" und müssten für Personal wie Gebäude Sorge tragen. Der Abschied von Osburg fällt dem 61-Jährigen nicht leicht. Doch andererseits freut sich der gebürtige St. Wendeler, in seiner früheren Heimat wirken zu können. Die Menschen rund um Osburg hofft er jedoch auch wiederzusehen - etwa bei Wallfahrten nach Klausen. Das "Unterwegssein mit den Menschen mit einem gemeinsamen Ziel" sei immer sehr schön gewesen, erzählt Recktenwald. Fehlen wird ihm die schöne Aussicht vom Osburger Pfarrhaus aus, der Blick über Ruwer- und Moseltal bis in die Eifel und die schönen Sonnenuntergänge.
Auch Spaziergänge im Osburger Hochwald hat der Pfarrer stets genossen. Im Urlaub zog es ihn aber weiter weg: "Ich geh gern in die Berge, kraxeln im Gebirge mag ich sehr." Mit den Menschen im Hochwald werden ihn schöne Erinnerungen verbinden - an die von Chören begleiteten Gottesdienste, festliche Messen, die Osburger Waldgottesdienste oder den Abschiedsbesuch der Kindergartenkinder. Die gute Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen sei ihm immer ein Anliegen gewesen, ebenso wie die Kirchenmusik. Den Umzug will Recktenwald dazu nutzen, sich von Büchern und Möbeln zu trennen - von Dingen, "die man so mitschleppt, aber nicht braucht." Vor dem Wechsel ist ihm ebenso wenig bange wie vor den Folgen der Strukturreform. Das sei wie mit allem Neuen - es mache "Angst, von Liebgewonnenem Abschied nehmen zu müssen". Doch das Gewohnte sei nicht mehr aufrechtzuerhalten: "Wir müssen nach neuen Strukturen streben." Für Recktenwald ist das ganz im Sinne der christlichen Botschaft. Gott habe sein Volk aus der Wüste geführt und es so in Bewegung gehalten. Es gebe kein Zurück, sondern nur ein Vorwärts.

Extra

Mit der Reduzierung von drei auf eine Leitungsstelle will das Bistum Trier das Zusammenwachsen der zwölf Einzelpfarreien der Pfarreiengemeinschaft Waldrach vereinfachen. Pfarrer Erwin Recktenwald wird am Sonntag, 28. April, zusammen mit Kooperator Pater Andreas Müller in Waldrach verabschiedet. Der Gottesdienst in der Laurentius-Kirche beginnt um 15 Uhr. In Waldrach bleiben wird Pater Cornelius Lima. Er und Koordinator Stephan Wahl sowie Engelbert Felten, alle nur halbtags im Seelsorgeteam, haben in den kommenden Monaten viel zu tun. Denn der neue Pfarrer Ralf-Matthias Willmes, 1964 in Bitburg geboren und derzeit Dechant von Losheim-Wadern, tritt seinen Dienst erst am 1. September an. Während der Vakanz wird Dechant Clemens Grünebach die Pfarreien verwalten. urs