1. Region
  2. Trier & Trierer Land

"Der Papst war ein großer Mann"

"Der Papst war ein großer Mann"

TRIER. Jeden zweiten Sonntag im Monat findet in der Liebfrauenkirche ein Gottesdienst in polnischer Sprache statt. Mehr als 100 Menschen versammelten sich an diesem Sonntag, um dem Papst die letzte Ehre zu erweisen.

Der Tod von Papst Johannes Paul II. löste bei polnischen Mitbürgern genauso wie bei allen anderen Trierern große Trauer und Nachdenklichkeit aus. Was denken die polnischen Mitbürger in Trier über den gestorbenen Papst? "Selbst als Johannes Paul II. noch als Karol Wojtyla der Kirche und den Menschen diente, war er sehr beliebt und geschätzt in Polen. Der Papst verlor nie die Beziehung zu seinem Land. Johannes Paul II. war der wahre Pontifex und der richtige Nachfolger von Petrus und Paulus. Er war ein Brückenbauer und ein zur Welt hin aufgeschlossener Papst", sagt Veronika Gilles, Lehrerin, die seit 1978 in Trier lebt. "Der Papst war ein großer Mann", meint Andreas Gorowsky, Speditionskaufmann und seit 16 Jahren in Trier. Der Pontifex habe in seinem Leben gezeigt, wie ein Mensch seine Lebensprinzipien umsetzt und ihnen treu bleibt. Piotr Krawczyk, Schweißer, seit fünf Jahren in Trier, hat die Beisetzung am Fernseher verfolgt. "Er war ein großer Mann - nicht nur für Polen, sondern für die ganze Welt. Er war der erste Papst, der einen Dialog mit anderen Religionen suchte. Sein Tod betrübt mich sehr." Ihren Gedanken und Gefühlen konnten die Mitglieder der polnischen Gemeinde während der Messe in der Liebfrauenkirche Ausdruck verleihen. Kondolenzbrief wird nach Rom gesandt

Slawonur Nadobny von der Polnischen Katholischen Mission im Bistum Trier hielt die Messe im Gedenken an den gestorbenen Papst. Es war die erste Messe des polnischen Priesters in Trier. In seiner Predigt sprach er davon, das Leben des Heiligen Vaters habe gezeigt, dass es sich beim Christentum nicht um eine trockene Theorie handele, sondern um eine Lehre, in der der Mensch den Mittelpunkt bilde. Nach dem Gottesdienst konnten die Gläubigen ihren Gedanken und Gefühlen in einem Kondolenzbrief Ausdruck verleihen, der nach Rom gesandt wird.