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Der Renner - Das Fahrradgeschäft in Trier boomt

Kostenpflichtiger Inhalt: Corona-Krise : Urlaubsersatz? - Das Fahrradgeschäft in Trier boomt

Während die meisten Händler unter den wirtschaftlichen Folgen der Krise ächzen, weiß eine Branche derzeit kaum, wie sie der Nachfrage Herr werden soll. Fahrräder sind zurzeit mehr als nur beliebt.

Warteschlangen vor dem Laden, volle Verkaufsräume: Wer im Moment ein Fahrrad kaufen möchte, braucht viel Geduld. Das Geschäft boomt. Nicht nur in Trier, auch in Schweich und Saarburg ist der Ansturm groß.

 Telefonisch ist kaum ein Händler zu erreichen. Tonbandansagen erklären, dass alle Leitungen besetzt sind oder man sich gerade um Kunden kümmert. „Wir sind am Rotieren“, erzählt ein Mitarbeiter aus Trier-Zewen, bevor er sich wieder potenziellen Käufern widmet. „Keine Zeit“, heißt es auch in Konz. In sozialen Netzwerken macht derweil der Spruch die Runde: „Das Fahrrad ist das neue Klopapier.“

Per E-Mail kommt schließlich eine Antwort aus Trier-Süd: Frank Heidemann und sein Team verzeichnen trotz wochenlanger Corona-Zwangspause ein kleines Plus gegenüber dem Vorjahr. Der Grund: „Nachholbedarf und generell mehr Lust aufs Radfahren.“ Angesagt seien sowohl elektrische als auch nicht-elektrische Varianten. Da einige Modelle schon ausverkauft sind, fürchtet Heidemann Mangel beim Nachschub. Insgesamt ist er aber ganz zufrieden: „Der Aufwand ist höher, aber handelbar.“

Ähnlich sieht es auf der anderen Seite der Stadt aus. „Ansturm trifft es ganz gut“, sagt Michael Seibel. Er arbeitet in einem Fahrradgeschäft in Trier-Nord. Werkstatttermine, Beratung, Probefahren: Die Nachfrage ist stark gestiegen. „Vom Volumen her haben wir mindestens doppelt so viele Anfragen wie vor der Schließung“, erzählt der 41-Jährige. Auch im Verkauf hat das Team alle Hände voll zu tun. Besonders beliebt seien E-Bikes, aber auch Normal- und Kinderfahrräder würden oft gekauft.

Wie es kommt, dass Kunden geduldig auch mal länger in Schlangen vor dem Geschäft stehen, um ein Rad zu ergattern? Seibel sieht vor allem das Reiseverbot als Grund. Durch Flugausfälle und Grenzsperrungen kauften sich viele Menschen für den Sommer ein Fahrrad. „Wir hören sehr häufig, dass das Fahrrad als Urlaubsersatz genommen wird.“