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Der renommierte Trierer Graffiti-Künstler Karl Berg hat in Waldrach Jugendliche unter seine Fittiche genommen.

Straßenkunst : Graffiti – künstlerisch, legal und pädagogisch wertvoll

Der renommierte Trierer Graffiti-Künstler Karl Berg hat in Waldrach Jugendliche unter seine Fittiche genommen. Daraus ist Erstaunliches entstanden.

Es riecht intensiv nach Farbe im kleinen Jugendraum. Die 50 geleerten Spraydosen sind schon wieder fein säuberlich in einer großen Tasche verstaut. Das bunte Kunstwerk ist bereits vollendet. Und vor der Tür des Waldracher Familienzentrums, da trollen die jungen Graffiti-Künstler, die ihr Tagwerk fertiggestellt haben. Karl Berg, ein renommierter Trierer Graffiti-Künstler, hat sie dabei unter seine Fittiche genommen: sie beraten, angeleitet und schwierige Arbeiten mit sicherer Profihand ausgeführt. Von Anfang  an hat er ihnen auch seine Regeln  klargemacht: „Wenn einer von euch einen anderen ansprüht, dann darf er gleich gehen. Das, was wir hier machen, ist Kunst, und es ist keine Kunst, wenn man in zwei Sekunden was an eine Hauswand sprüht.“

Der Leiter der Trierer Agentur für urbane Kunst UrbanDrips (siehe Textende)  weiß genau,  wie er die  neun Waldracher jungen Leute  im Alter von zwölf  bis 25 Jahren anpacken muss. Er hat schließlich schon sehr viele Graffiti-Workshops geleitet und weiß Heranwachsende zu führen und für seine Kunst zu begeistern.

So schwärmt auch der 14-jährige Philipp Kirsten nach dem Sprayen und Aufpeppen der grauen Wand: „Es war echt cool, es hat echt Spaß gemacht.“ Auch die einzige Künstlerin im Bunde, die gleichaltrige Emily Frieden, ist  angetan: „Es war eine ganz neue Erfahrung für mich“, sagt sie. Natürlich durften die angehenden Künstler auch eine Vorlage komplett nach ihren eigenen Wünschen wählen.

Der 14-jährige Leo May erzählt: „Die Vorlage haben wir aus dem Netz ausgedruckt, aber farblich neu  interpretiert.“ In Dreiergruppen haben sie dann mit dem Künstler die dynamisch, bewegten Linien gezogen, die Flächen mit Farben aus den Dosen  gefüllt und schließlich die stylische Künstlerschrift mit schwarzen Stiften nachgezogen. Ihre fünfstündige Arbeit kann sich sehen lassen: Es ist ein flammendes Inferno entstanden mit energiegeladenen, grün- und fliederfarbenen Kreislinien, die spiralförmig einschwingen und den Betrachter in ihren magischen Mittelpunkt saugen. Dort  prangt in schwungvollen Lettern: Jugendraum Waldrach.

Initiiert wurde das Graffiti-Projekt von Sandra Trautmann, Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Ruwer. Unterstützt wurde sie von der pädagogischen Honorarkraft Jenny Leisen. Aus pädagogischer Sicht zielte das Projekt von Anfang an auf die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls  und die Identifizierung der  Heranwachsenden mit ihrem Jugendraum. Aus pädagogischer Sicht sind die beiden Betreuerinnen mit  dem  Ergebnis und dem Ablauf des  Jugendprojektes zufrieden. Sandra Trautmann, studierte Diplom-Pädagogin, erzählt: „Die Jugendlichen der  Dreiergruppen haben Rücksicht aufeinander genommen und haben gut zusammengearbeitet.“

Finanziert wurde das Projekt von der Verbandsgemeinde Ruwer  und vom Förderverein Jugend des Landkreises Trier-Saarburg.

UrbanDrips ist eine Trierer Agentur für urbane Gestaltung. Sie vermittelt bekannte Graffiti-Künstler. Interessierte können sich informieren in der Medardstraße  61 in Trier oder per E-Mail an info@urbandrips.com sowie im Internet unter der Adresse www.urbandrips.com