Der richtige Mann am richtigen Ort

Für sein vorbildliches Verhalten beim Unfall zweier junger Männer, die zwischen Hohensonne und Aach in der vergangenen Woche hilflos abseits der Straße in ihrem Cabrio eingeklemmt waren (der TV berichtete), ist jetzt Roman Bach aus Aach geehrt worden. Gezielt hatte er nach den Unfallopfern gesucht, Erste Hilfe geleistet und die Rettungskräfte informiert.

 Das vorbildliche Verhalten von Roman Bach (Zweiter von links) als Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall würdigen Aachs Ortsbürgermeister Ralf Kierspel (links) und die Aacher Feuerwehr mit Wehrführer Michael Arnoldy (Mitte), seinem Stellvertreter Marc Buschmann (Zweiter von rechts) und Oliver Berg (rechts). TV-Foto: Anke Emmerling

Das vorbildliche Verhalten von Roman Bach (Zweiter von links) als Ersthelfer bei einem Verkehrsunfall würdigen Aachs Ortsbürgermeister Ralf Kierspel (links) und die Aacher Feuerwehr mit Wehrführer Michael Arnoldy (Mitte), seinem Stellvertreter Marc Buschmann (Zweiter von rechts) und Oliver Berg (rechts). TV-Foto: Anke Emmerling

Aach. Um drei Uhr am vergangenen Dienstagmorgen sind mehrere Einwohner Aachs von einem dumpfen Knall aus dem Schlaf gerissen worden. Einer von ihnen ist der 43-jährige Familienvater Roman Bach. "Ich habe sofort das Schlafzimmerfenster aufgerissen und zwei bis drei Minuten gelauscht", erzählt er. Ein leiser Hilferuf sei zu hören gewesen. "Da gab es für mich kein Halten mehr".

Der ehemalige Zewener Feuerwehrmann zog sich an, stieg ins Auto und fuhr los, um etwaige Unfallopfer zu suchen. Überlegt habe er keine Sekunde, das sei ganz automatisch passiert. Er fand das Wrack eines total demolierten Cabrios, sieben Meter abseits der L 43 nach Hohensonne vor einem Baum: "Das war pures Glück, man konnte es von der Straße aus nicht sehen, aber die Insassen haben noch geschafft zu hupen". Aus Erfahrung auf ein schreckliches Szenario eingestellt, eilte Roman Bach sofort zu der Stelle und fand zwei eingeklemmte Schwerverletzte.

Er habe die Rettungskräfte genauestens informiert und versucht, Erste Hilfe zu leisten. "Ich habe beruhigend auf die Opfer eingeredet, einer hat dabei meine Hand umklammert".

Während er sich an der Unfallstelle um die Verunglückten bemüht und auf die Rettungskräfte gewartet habe, habe noch ein Auto oben an der Straße gehalten, sei aber wieder davongefahren. "Da habe ich noch gedacht, wieso kommt der nicht und hilft?", sagt Bach.

Es seien mehrere Notrufmeldungen an diesem Morgen eingegangen, sagt Marc Buschmann von der Freiwilligen Feuerwehr Aach, unter anderem von jemandem, der zwar an der Unfallstelle gewesen sei, nicht aber nach den Opfern gesehen und zudem eine irreführende Ortsangabe geliefert habe. Nur durch die präzisen Angaben von Roman Bach seien die Rettungskräfte schnell, mit der richtigen Personalstärke und dem nötigem Gerät dort gewesen. "Er war der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort", sagt Buschmann während einer kleinen Feierstunde zu Ehren des Ersthelfers.

Roman Bachs entschlossenem und besonnenem Handeln sei zu verdanken, dass die Verunglückten so schnell geborgen werden konnten, lobt Aachs Ortsbürgermeister Ralf Kiers pel und honoriert es mit einem kleinen Präsent. "Was er getan hat, mitten in der Nacht rausfahren, suchen, helfen, in bangen Minuten beruhigen und warten bis die Einsatzkräfte kommen, war vorbildlich", sagt der Aacher Wehrführer Michael Arnoldy. So viel Wirbel um seine Person ist Roman Bach gar nicht so recht: "Das war doch selbstverständlich", meint er. Das sehen Angehörige der Verunglückten anders - die Freundin eines der beiden hat sich persönlich bei Roman Bach bedankt.

Der freut sich darüber, aber auch auf wiedereinkehrende Ruhe, um sich seinen Kindern Christine (14) und Tim (9) widmen zu können. Und einem Hobby, das eigentlich genügend Schärfe in seinen Alltag bringt: die Zucht von verschiedenen Arten Chili.

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