Der Schimmel blüht noch immer

Seit Anfang Dezember ist eine Dusche im Moselstadion wegen Schimmelbefalls gesperrt, die zweite folgte Anfang des Jahres. Aber die von der Stadt beschlossene und von der ADD genehmigte Sanierung lässt weiter auf sich warten. Für die Eintracht, deren Jugendspieler ab heute wieder trainieren sollen, ein "Unding".

Trier. Die trainingsfreie Zeit ist heute vorbei - oder doch nicht? Für 130 Nachwuchs-Fußballer von Eintracht Trier sollte am heutigen Montag die Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte beginnen, doch wie viele Jung-Kicker im Moselstadion trainieren werden, steht derzeit in den Sternen. Grund ist die Sperrung der Duschen im Backsteingebäude wegen Schimmelbefalls. "Wir tragen die Verantwortung für die Kinder. Ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb ist derzeit nicht möglich, das sind weiter katastrophale Bedingungen", moniert Reinhold Breu, der Jugend-Koordinator der Eintracht. Der Verein fühlt sich "verschaukelt" von der Stadt, da die angekündigte Sanierung noch nicht aufgenommen wurde. "Das können wir den Kindern nicht zumuten. Wir haben um eine dringendes Gespräch mit der Stadt gebeten, da immer noch nichts passiert ist", sagte Breu dem TV.

Am 2. Dezember wurde die eine Dusche vom Gesundheitsamt geschlossen, nun "ziert" auch der zweite Raum die Aufschrift "Umkleide gesperrt". Anfang Dezember hatte es einen Disput zwischen Bürgermeister Georg Bernarding und Peter Josef Mertes, dem Präsidenten der ADD, gegeben. Gesucht wurde der Schuldige, warum die seit Jahren geforderte Sanierung des Moselstadions noch nicht begonnen habe (der TV berichtete mehrfach), nachdem das Land eine Förderzusage über 60 Prozent der Baukosten von rund 1,2 Millionen Euro gegeben hatte.

Ausschreibungsfristen sollen schuld an Verzögerung sein



Am 5. Dezember gab die ADD schließlich Grünes Licht für die sofortige Sanierung der Duschen, nicht aber für den Rest der Sanierung, da "weiterhin Unterlagen von der Stadt fehlen". "Wir werden sofort mit den Duschen beginnen", hatte Bernarding seinerzeit gesagt. Das seitdem noch nichts geschehen ist, liegt laut Robert Kufs, dem Leiter des Sportamts, an den Ausschreibungsfristen. "In den kommenden zwei Wochen laufen die Arbeiten an, dann ist das Ausschreibungsverfahren beendet", sagte Kufs, der zumindest die frohe Botschaft verkündete, dass mittlerweile von der ADD nach baufachlicher Prüfung auch der positive Bescheid für die komplette Sanierung des Moselstadions eingegangen sei.

Die Duschen sollen bis zum Ende der Winterpause saniert sein, "wenn es keine Bauverzögerungen gibt", sagt Kufs, die komplette Sanierung soll bis zur neuen Saison über die Bühne sein. Dass es in der Zeit der Arbeiten an den Duschen zu "Einschränkungen für die Fußballer" kommt, gibt Kufs zu, die Stadt bietet aber auch alternative Duschmöglichkeiten unter der Haupttribüne, die allerdings von den Leichtathleten genutzt werden, oder sogar in der Arena an. Für Breu zu wenig: "Für die Zeit der Sanierung müssten eigentlich vier Umkleidecontainer, zwei Duschcontainer sowie jeweils ein Container für Trainer und Schiedsrichter inklusive Wasser- und Stromversorgung aufgebaut werden. Sonst sind wir nicht in der Lage, ordentliche Nachwuchsarbeit zu betreiben. Wir können die Kinder nicht verschwitzt mit dem Bus oder dem Fahrrad nach Hause fahren lassen."

Noch schwieriger wird die Sache ab Mittwoch, wenn die ersten Testspiele bestritten werden, denn für die Gastmannschaften gibt es keine Umkleidekabinen.

Meinung

Die unendliche Geschichte

Die Sanierung des Moselstadions ist eine unendliche Geschichte. Seit 2005 wird von Stadt und Land der Sanierungsbedarf gesehen, es gab Anträge, Förderzusagen, fehlende Informationen, Absagen, Gespräche, Ortstermine und so weiter. Dass sich die Eintracht nun darüber beschwert, dass nichts geschehe, damit hat sie grundsätzlich recht, aber in diesem Fall der "verschleppten Sanierung" sind der Stadt aufgrund von Vergabevorschriften die Hände gebunden. Das Übel hätte schon viel früher beseitigt werden können und müssen. Man hätte nicht erst auf die Schließung der Schimmel-Duschen warten müssen, um zu handeln. Wenn alle Beteiligten - Stadt, Land und ADD - sich einig gewesen wären, müssten jetzt nicht Kinder die Suppe auslöffeln. b.pazen@volksfreund.de