Der schwierige Weg, Barrieren zu überwinden

Für Wolfgang Reiter ist der Welttag behinderter Menschen ein Tag wie jeder andere. Seit neun Jahren wohnt der 55-Jährige im Wohnheim Theobaldstraße der Lebenshilfe Trier und ist mit seiner Lebenssituation sehr zufrieden.

 Fühlt sich bei der Lebenshilfe Trier gut aufgehoben: Wolfgang Reiter. Foto: privat

Fühlt sich bei der Lebenshilfe Trier gut aufgehoben: Wolfgang Reiter. Foto: privat

Trier. (red) Wolfgang Reiter kann aufatmen: "In unserer Wohngruppe läuft es mit unseren Betreuern richtig gut." Reiter ist einer der Bewohner des Wohnheims der Lebenshilfe Trier und hat mit der Integration keine Probleme. "Ich fühle mich nicht ausgeschlossen. Ich habe hier eine gute Umgebung und viele Bekannte, auch außerhalb der Lebenshilfe."

Das Motto des Internationalen Welttages behinderter Menschen "Mit der UN-Behindertenrechtskonvention gesellschaftliche Teilhabe gestalten!" spielt für ihn zum Glück keine so große Rolle.

Mit welchen Problemen gesellschaftliche Teilhabe verbunden sein kann, wissen manche Bewohner des Wohnheims Theobaldstraße der Lebenshilfe Trier jedoch nur zu gut.

Ob es nun darum geht, für die Menschen, die im Rollstuhl sitzen, einen Ausflug zu planen, oder aber darum, einen Behördenbrief zu verstehen. "Nicht alle gesellschaftlichen Barrieren sind wirklich leicht zu erkennen, und oft ist es schwierig, sie zu überwinden", sagt Hermann Josef Kessler, der Leiter des Wohnheims. "An einem Tag für behinderte Menschen sollen sich vor allem Menschen ohne Behinderung mit dem Thema beschäftigen. Integration ist ein wechselseitiges Verhältnis - wir öffnen auch die Türen für Menschen von außerhalb, die sich für uns interessieren, und wir engagieren uns in der Gemeinde. Aber das Wohnheim bietet unseren Bewohnern auch Schutz ihrer Privatsphäre und viel Normalität, ein wichtiger Baustein der Integration. "

Die UN-Konvention zur Wahrung der Rechte von Menschen mit Behinderungen wurde im Frühjahr dieses Jahres in Deutschland ratifiziert und muss nun noch in deutsches Recht übertragen werden. "Möglicherweise wird es Veränderungen hinsichtlich der gesetzlichen Betreuung von Menschen mit geistiger Behinderung geben", meint Kessler.