Der Snowboardshop trick17 am Nikolaus-Koch-Platz schließt

Einzelhandel : Nach zwei Jahrzehnten ist bei trick17 in Trier Schluss

Der Snowboardshop trick17 am Nikolaus-Koch-Platz schließt. Die Betreiber machen den Online-Handel verantwortlich für das Aus – und sehen genau darin ihre Zukunft.

Bei vielen Snowboardfans in der Region schrillen die Alarmglocken: Der Snowboard- & Streetwear-Shop trick17, seit 1997 in der Trierer Innenstadt zu finden, schließt. Doch die Betreiber beruhigen: trick17 werde es weiterhin geben. Der TV hatte bereits im Oktober über die finanziellen Schwierigkeiten der beiden Gründer Gerrit Brenner und Frank Naerger berichtet. Damals setzten sie noch darauf, den Laden am Nikolaus-Koch-Platz weiterzuführen. Nun folgt die Schließung. Man merkt Frank Naerger an, wie sehr es an ihm nagt, dass nun Schluss ist. Die Situation habe sich zunehmend verschlechtert, erzählt er. Ein Grund dafür sei die Lage des Ladens: Hatte man 2004 ein Lokal angemietet, das zentral lag und an dem viele Menschen auf ihrem Weg in die Stadt vorbeiliefen, führt der Weg heute meist vom City-Parkhaus über die Trier-Galerie ins Zentrum. trick17 bleibt – oft unbewusst – links liegen.

Naerger beobachtet aber auch einen Wandel, der nicht nur sein Geschäft betrifft: „In den nächsten fünf Jahren wird sich der inhabergeführte Einzelhandel in Trier zunehmend verändern.“ Mehr Großkonzerne, weniger Trierer „Originale“ heiße die Richtung. Ein zentralerer Laden sei für trick17 wegen der hohen Mieten keine Option. Hinzu komme, dass Marken, die es in der Großregion früher exklusiv bei trick17 gegeben habe, inzwischen in unzähligen Online-Shops zu finden seien. Auch wenn der Kundenstamm treu geblieben sei – dies habe dem Geschäft das Genick gebrochen.

Was bedeutet die Schließung des Ladens für das Label trick17, unter dem zum Beispiel T-Shirts, Pullis und Mützen vertrieben werden? „Wir werden uns in Zukunft auf diese Eigenmarke konzentrieren“, erklärt Naerger. Ziel sei es, sie überregional zu etablieren und auszudehnen. Eventuell werde man sie irgendwann nicht nur im Internet, sondern auch in anderen Geschäften kaufen können. Entsprechende Verhandlungen ständen allerdings noch an, beschlossen sei bisher nichts. Auch Events und Tagesfahrten zu Snowboardhochburgen wie Ischgl, Sölden oder in die Vogesen wolle man weiterhin organisieren.

Zunächst heißt es jedoch: Alles muss raus. Der Ausverkauf macht laut Naerger auch vor der Möblierung nicht Halt: Je weniger am Ende im Laden liege, desto weniger müsse er einpacken.