Der Strom soll aus dem Boden kommen

Feyen/Weismark · Während andernorts oft Desinteresse an der kommunalpolitischen Arbeit besteht, kann davon im Stadtteil Feyen/Weismark keine Rede sein. In der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates meldeten sich neben den Ratsmitgliedern auch Mitbewohner in der eigens angesetzten Bürgersprechstunde zu Wort.

In der Straße Zum Bildstock sollen die Häuser künftig über Erdkabel mit Strom versorgt werden. Die an Seilen gespannten Leuchten sollen gegen Mastleuchten ausgetauscht werden. TV-Foto: Rolf Lorig

Feyen/Weismark. Ortsbeiratsmitglied Heribert Wahlen (CDU) ist empört: Im nahe gelegenen Wald hat er einen Kahlschlag festgestellt. Bereits in den Monaten April und Mai seien dort alte Eichenbestände durch die Landesforstverwaltung abgeholzt worden.
Unterhalb Haus Kobenbach gebe es nun am Hang eine riesige freie Fläche. Und ein weiterer Punkt ist ihm aufgefallen: Der Zustand der Bundesstraße 268 sei beklagenswert. Durch den Schmutz der Baufahrzeuge sah er eine Gefährdung des Straßenverkehrs. Glücklicherweise habe es trotz einer oft rutschigen Fahrbahn noch keine Unfälle gegeben. Hier mahnte das Ratsmitglied eine verstärkte Reinigung der Straße an.
Bebauungsplan bleibt bestehen


Karl Kufferath-Sieberin (Grüne) stellte die Situation bei den Hangterrassen im Neubaugebiet Castelnau in den Mittelpunkt seines Beitrages. Ihm war aufgefallen, dass es keine Treppenanlage mehr gibt, die die Terrassen miteinander verbindet. Auf Nachfrage habe er erfahren, dass auf Grund der neu parzellierten Grundstücke keine Treppenanlage möglich sei. Hier stellte er die Frage, ob der Investor nicht doch noch zu einem Neubau verpflichtet werden können.
Ortsvorsteher Rainer Lehnart wies darauf hin, dass der Bebauungsplan bereits erstellt sei und eine Änderung nicht mehr möglich sei. Im unteren Bereich der Terrassen werde es noch verbindende Treppen geben, im oberen Bereich sei das nicht mehr möglich. Ulrich Matthey (CDU) griff das Einzelhandelskonzept auf. Er wollte wissen, ob im Stadtteil das Nahversorgungszentrum mit seinen Geschäften erhalten bleibe. Eine Frage, die der Ortsvorsteher vom Grundsatz her bejahen konnte. Es gebe keine Planungen, die der weiteren Entwicklung des Einzelhandels im Wege stehen würden.
Straßenreinigungskosten hoch


In der Bürgersprechstunde meldeten sich auch Bewohner des Stadtteils zu Wort. Josef Lenz hatte gleich zwei Anliegen. Zum einen reklamierte er als Anwohner der Straße Am Bildstock zu hohe Straßenreinigungsgebühren. Die Ursache dafür sah er in der Straße Im Griffenborn, die im Bereich des Grundstücks von Josef Lenz die Straße Am Bildstock kreuzt. Somit werde er als Besitzer eines Eckgrundstückes veranlagt, sein Nachbar gegenüber aber nicht. Hier habe er gegenüber dem Bescheid Widerspruch eingelegt.
Rainer Lehnart riet ihm, innerhalb des Widerspruchverfahrens darauf hinzuwirken, dass die Straße Am Griffenborn an der Einmündung Zum Bildstock endet und das Grundstück somit nicht mehr als Eckgrundstück veranlagt wird. Gleichzeitig versprach er dem Anlieger, selbst darauf hinzuwirken, um eine Änderung herbeizuführen. Lenz zweites Anliegen betraf eine Straßenleuchte, die von den Stadtwerken gegenüber seinem Haus installiert wird. Die Straße sei doch gut beleuchtet, weshalb nun eine zusätzliche Leuchte komme und ob die Anlieger für die Kosten aufkommen müssten.
Keine Beleuchtungsanlagen mehr


Nach Rücksprache mit den Stadtwerken konnte Lehnart auch diese Frage beantworten. Hintergrund für die Maßnahme sei die Verkabelung der Stromleitungen in diesem Gebiet. Die Stromversorgung über Dachständer werde künftig entfallen, weshalb es auch künftig keine über die Straßen gespannten Beleuchtungsanlagen mehr geben werde. Diese Anlagen werden durch Standleuchten ersetzt. Auf Nachfrage sei ihm versichert worden, dass damit keine Kosten auf die Anlieger zukommen würden. flo