Der Süden lockt, die City stockt

Der Süden lockt, die City stockt

TRIER. Vier verkaufsoffene Sonntage soll es in diesem Jahr geben. Doch bereits am ersten Termin 21. März scheiden sich die Geister. Derzeit steht noch nicht fest, wer neben dem "Trierer Süden" überhaupt mit von der Partie sein wird.

Im Landesgartenschau-Jahr bietet Trier besonders viele Möglichkeiten, dem Einkaufsvergnügen zu frönen. Vier offene Sonntage - so viele, wie das Ladenschlussgesetz pro Jahr und Stadt zulässt - sollen zusätzlich Kunden locken und die Kassen klingeln lassen. Die Stadtverwaltung hat auf Antrag aus der Händlerschaft folgende Termine festgesetzt: 21. März, 2. Mai, 29. August ("Trier nachtaktiv") und 31. Oktober. Zum Vergleich: Jahrelang gab es nur einen verkaufsoffenen Sonntag, den Mantelsonntag Ende Oktober; 2003 kam mit der "Nachtaktiv"-Premiere ein zweiter dazu. Dass diesmal gleich vier auf dem Programm stehen, hat nach den Worten von Wirtschafts- und Ordnungsdezernentin Christiane Horsch vor allem mit der Besonderheit des Jahres 2004 zu tun: "Ohne Landesgartenschau sähe das sicher anders aus. Grundsätzlich sollten wir restriktiver Gebrauch von zusätzlichen Öffnungszeiten machen." Sonntag Nummer eins kam auf Initiative des Netzwerks Trierer Süden zustande. Die Aktionsgemeinschaft von 21 Firmen aus Zewen und Euren organisiert ein verkaufsoffenes Wochenende am 20./21. März. "Wir wollen uns als leistungsfähiger Marktplatz präsentieren. Jede Firma wartet mit eigenen Aktionen auf", so "Süden"-Sprecher Wolfgang Scholtes (Fliesen-Scholtes). Sonntag verkehrt ein kostenloser Bus-Shuttle-Dienst im 15-Minuten-Takt zwischen Messepark und den beteiligten Firmen zwischen Im Speyer und Niederkircher Straße.City-Initiative-Vorstand berät am Donnerstag

Wie es auf der anderen Mosel-Seite aussieht, ist noch ungewiss. Beispiel Karstadt: Geschäftsführer Thomas Du Buy ("Jeder offene Sonntag bringt Kunden von weit außerhalb und zusätzlichen Umsatz") will öffnen, hat aber eine Abfuhr seines Betriebsrates erhalten. "Solange wir nicht wissen, ob andere Häuser mitziehen, ist uns das Risiko zu groß", sagt Betriebsrats-Chef Karlheinz Helmle und gibt den Schwarzen Peter weiter: "Wir kommen auch deshalb in Trier so schwer zu Potte, weil die City-Initiative nicht mit den Betriebsräten spricht." Helmle sieht aber noch Chancen für einen offenen Karstadt am 21. März: "Wenn die Rahmenbedingungen stimmen und die Teilnahme Sinn macht, sind wir dabei." Nun ist die City-Initiative am Zug. Vorsitzender Hans-P. Schlechtriemen: "Wir werden uns am Donnerstag im Vorstand über Details unterhalten." Seiner Meinung nach ist dann noch ausreichend Zeit, den ersten offenen Sonntag 2004 erfolgreich zu organisieren. Auf den Erfolg hofft auch Dezernentin Horsch: "Wenn die Hälfte der Betriebe in der City nicht mitmacht, dann läuft der offene Sonntag ins Leere."

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