Der Tempel ist die Natur

"Ab in die Natur" hieß es für die Eurener Pfadfinder zu einem besonderen Lageraufenthalt. Bei strahlendem Sonnenschein haben die "Tempelherren" ihr 60-jähriges Bestehen mit einem Schaulager gefeiert.

Ein Picknick im Wald: Einige Wölflinge stärken sich nach anstrengenden Rallye-Aufgaben. TV-Foto: Anna Lena Aldag

Trier. Stimmengewirr hallt durch den Wald, und einer ruft am lautesten: "Popcorn, esst Popcorn, und ihr werdet groß und stark!" Aber die meisten jungen Pfadfinder sind viel zu beschäftigt, um sich lange mit dem Verzehr von Süßigkeiten aufzuhalten.

170 Pfadfinder feiern Jubiläum im Schaulager



Etwa 170 von ihnen sind im Wald bei Euren zusammengekommen, um das 60-jährige Jubiläum des Eurener Stamms "Tempelherren" mit einem Schaulager zu feiern. Aus Trier-Saarburg und Umgebung kommen die verschiedenen Stämme, die teilweise auch schon auf der Lichtung übernachtet haben.

"Nachher zum Gottesdienst kommen noch die Ehemaligen", erzählt Christof Olk, Vorsitzender der Tempelherren. Er erklärt auch gleich, was es mit dem Namen des Stammes auf sich hat. Nahe bei Euren befinde sich ein altes Gemäuer, das in Wirklichkeit wohl ein Bauernhof gewesen sei. Früher habe man die Ruinen aber einem Kloster zugeschrieben. Die ersten Eurener Pfadfinder fühlten sich von den geheimnisvollen Ruinen inspiriert - und der Name war geboren.

Die Pfadfinder von heute sind am Nachmittag vor allem im Wald unterwegs und erleben dort auf ihre Altersstufe zugeschnittene Abenteuer. Eine Schatzsuche ist dabei, eine Abseilstation, Bildhauerei oder auch ein Gesangswettbewerb. Die Natur steht dabei immer im Mittelpunkt. "Es geht um die Natur und darum, sie zu bewahren", betont Susanna Kersting-Kuhn, Bezirksvorsitzende der Trierer Pfadfinder. "Und um Internationalität."

Die Tempelherren haben eine Partnerschaft mit einem bolivianischen Stamm. "Klar gibt es heute mehr Freizeitangebote für Kinder als früher", räumt Olk ein. Die Pfadfinder seien nicht mehr so konkurrenzlos. Aber ihrer Beliebtheit habe das nicht geschadet: "Im Moment haben wir wieder viele Neue."