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Der Tod in Schwarz und Weiß: Neuer Bildband zeigt die Schönheit des Trierer Hauptfriedhofs

Der Tod in Schwarz und Weiß: Neuer Bildband zeigt die Schönheit des Trierer Hauptfriedhofs

Der Hauptfriedhof im Norden Triers ist ein Ort der Trauer und des Gedenkens, doch er ist auch die größte Grünfläche der Stadt mit parkartiger Atmosphäre. In einem neu erschienenen Bildband fängt Fotograf Andreas Vlach die gegensätzlichen Seiten des Friedhofs in Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein. Begleitet werden die Fotografien von den Texten Marie Gräffs, die dem Leser die Geschichte der Grabstätten nahebringt.

Foto: (h_st )
Foto: (h_st )
Foto: (h_st )

Trier. Für die Autorin des neuen Bildbands "Lang lebe ... der Trie rer Hauptfriedhof", Marie Gräff, ist der Friedhof ein schöner Ort. "Ich bin gerne dort. Mir gefällt es, wie viel Natur es hier inmitten der Stadt gibt. Hier herrscht außerdem eine besondere Atmosphäre." Dennoch würden viele Menschen - auch Trierer - den Friedhof kaum kennen. Die meisten kämen wegen Trauerfällen oder zur Grabpflege her, sagt Gräff. Dies habe damit zu tun, dass die Menschen sich nur ungern mit dem Thema Tod auseinandersetzen.

Für den Fotografen des Bildbandes, Andreas Vlach, ist die Beschäftigung mit dem Tod dagegen eine Selbstverständlichkeit: "Bereits nach meiner Geburt haben meine Eltern eine Begräbnisversicherung für mich abgeschlossen."
So zeigen die Fotografien des gebürtigen Wieners den Hauptfriedhof auch nicht als einen düsteren Ort, sondern betonen dessen Vielfältigkeit und den besonderen Charakter des Ortes. Es finden sich Bilder von moosbewachsenen Gräbern, von einzelnen Sonnenstrahlen, die durch die Baumkronen hindurch auf Grabstätten fallen oder eine Fotografie von einem Vogel, der über einer baumgesäumten Allee auffliegt - dieses Bild gefalle ihm mit am besten, erzählt Vlach.

Die Fotografien zeigen außerdem Stellen, die dem Besucher nicht zugänglich sind, zum Beispiel das Innere einer alten Kapelle.
Die dazugehörigen Texte Gräffs geben nähere Informationen zu den gezeigten Gräbern, unter denen sich auch Grabmale berühmter Trierer und ihrer Familien finden. So liegen dort zum Beispiel der frühere Verleger des Trierischen Volksfreunds, Nikolaus Koch, die Sängerin Gitta Lind und die moselländische Brau-Familie Caspary begraben.

Auch die Geschichte des Hauptfriedhofs selbst arbeitet Gräff in den Texten auf und verbindet sie mit Informationen zur allgemeinen Bestattungskultur. Die Autorin hofft, dass der Bildband vor allem Trierer erreicht: "Auf dem Friedhof kann man die Geschichte Triers und die Entwicklung der Stadt sehen."

Marie Gräff und Andreas Vlach beschreiben den Hauptfriedhof als ruhigen und beeindruckenden Ort. Emotional berührt habe sie beide aber das Kindergrabfeld des Friedhofes. Den "traurigsten Ort der Trauer" nennt Gräff das Grabfeld im Buch. Neben der Trauer sollte auf seinem Foto hier aber auch das Licht einen Platz finden, sagt Vlach. Und so zeigt sein Bild breite Sonnenstrahlen, die von oben sanft auf die kleinen Gräber fallen.

Lang lebe ... der Trierer Hauptfriedhof ist als A4-Hardcover-Bildband mit 130 Seiten und 73 Fotografien im Stephan-Moll-Verlag erschienen. Er ist in Buchhandlungen oder im Internet unter www.smoverlag.eu erhältlich. Das Buch kostet 14,95 Euro.