Der Tod ist kein Tabuthema

Unter dem Motto "Das geht uns alle an - Sterben, Tod und Trauer aus der Perspektive von jungen Menschen" hat der Caritasverband für die Diözese Trier ins Robert-Schuman-Haus eingeladen. Er will einen Einblick in das Bewusstsein junger Menschen geben.

Trier. Im Laufe des Lebens wird jeder Mensch mit dem Thema Tod konfrontiert, aber wie gehen junge Menschen damit um? Das war die zentrale Frage beim Trierer Hospiztag im Robert-Schuman-Haus. Aus verschiedenen Perspektiven erhielten die Teilnehmer einen Einblick in das Innenleben junger Menschen. Schüler, Auszubildende in der Altenpflege, Medizinstudentinnen im Praktischen Jahr und ein 22-Jähriger, der seine Mutter durch Krebs verloren hat berichten von ihren Erfahrungen.
Bis zum Tod begleiten



Schüler des St.-Matthias-Gymnasiums in Gerolstein haben sich bewusst mit dem Tod auseinandergesetzt und einen Film erstellt. Auf der Straße befragten sie junge Menschen zu ihrem Umgang mit dem Tod. Viele unterschiedliche Erfahrungen kommen zum Vorschein. Einige Schüler erzählen, dass sie bereits ein Haustier verloren haben. Das sei ihnen schwer gefallen. Andere mussten die Erfahrung, einen Menschen aus ihrem Umfeld zu verlieren, bereits mehrfach machen und zum Beispiel die Großeltern verabschieden.
Dem Tod im Berufsalltag täglich zu begegnen, können sich die meisten von ihnen nicht vorstellen. Auszubildende in der Altenpflege müssen sich häufig mit dem Thema auseinandersetzen - und trotzdem ist jeder Verlust schwer. Oft hören sie, dass der Mensch alt ist und sein Leben gelebt hat, aber das macht den Abschied nicht leichter. "Menschen bis zum Ende des Lebens zu begleiten, verändert die Sicht auf das eigene Leben", erzählt eine junge Auszubildende, und so versuchen sie aus jedem Tod etwas in das eigene Leben mitzunehmen, das mache es etwas leichter.
Kurse für Studenten


Auch als Arzt ist das Thema Tod allgegenwärtig. Im Studium werden junge Studenten in Kursen darauf vorbereitet, einen Menschen bis in den Tod zu behandeln. Selbst mitzuerleben, wie ein Patient stirbt, erfordert jedoch mehr als das theoretische Wissen, wie zwei Medizinstudentinnen im praktischen Jahr erzählen. "Ein langsamer Tod eines Patienten durchläuft sehr viele Facetten, auch als angehende Ärztin muss man damit seinen inneren Frieden machen", sagt Hannah Schönberger.
Jens Tossing verlor mit Anfang 20 seine Mutter an Brustkrebs und ist mehr denn je auf die Hilfe seiner Familie und Freunde angewiesen. Er hat akzeptiert, dass es nicht darum geht, stark zu sein, sondern die eigene Schwäche zu akzeptieren. Die Lehre aus diesem Schicksalsschlag ist für ihn, dass er die Zeit mit geliebten Menschen bewusster wahrnimmt. mehr