Der Transport für den Weltrekord

Kniffliger Straßentransport und Frachtflug-Weltrekord: Ein 170 Tonnen schwerer Generator ist in der vergangenen Nacht von der Mosel bei Longuich per Tieflader zum Flughafen Hahn transportiert worden. Am Sonntag geht die schwerste Luftfracht aller Zeiten mit einer Antonow an ihren Zielort in Armenien.

 Das Ablade-Manöver vom Schiff hat geklappt. Der Tieflader mit dem verhüllten Generator wartet am Longuicher Moselufer auf die nächtliche Fahrt zum Flugplatz Hahn. TV-Foto: Albert Follmann

Das Ablade-Manöver vom Schiff hat geklappt. Der Tieflader mit dem verhüllten Generator wartet am Longuicher Moselufer auf die nächtliche Fahrt zum Flugplatz Hahn. TV-Foto: Albert Follmann

Longuich/Hahn. Dieser Schwertransport schreibt Luftfahrt-Geschichte: Mit einem Gewicht von rund 190 Tonnen (inklusive Verladegestell) wird der Generator, der am kommenden Sonntag mit dem größten Flugzeug der Welt, einer Antonow 225, vom Flughafen Hahn nach Armenien geflogen wird, die schwerste Luftfracht sein, die je an einem Stück transportiert wurde.

In der vergangenen Nacht sorgte zunächst ein kniffliger Straßentransport von der Nato-Rampe bei Longuich bis zum Hunsrück-Flughafen dafür, dass die Fracht überhaupt den Rekordflug antreten kann.

Bereits im Rotterdamer Hafen war der in Polen gefertigte Generator auf einen Tieflader der Spedition Kübler (Schwäbisch-Hall) verladen worden. Gestern gegen 14 Uhr rollte der Anhänger mit seinen 16 Achsen problemlos vom Ponton eines niederländischen Transportschiffes über die per Kran ausgelegte Laderampe an Land.

Gegen 20 Uhr ging dann der 51 Meter lange und mehr als 300 Tonnen schwere Gesamtzug auf die Reise Richtung Hahn; zwischen 4 und 5 Uhr sollte Ankunftszeit sein.

24 Achsen, eine 600 PS-starke Zugmaschine vorne und eine ebenso starke als Anschieber hinten, knapp vier Meter breit, fünf Meter hoch - der Koloss, der sich unter Polizeibegleitung teilweise nur im Schritt-Tempo fortbewegen konnte, bot ein imposantes Bild (ausführlicher Bericht folgt).

Thorge Clever von der Spedition Kübler hat die Route hinauf auf den Hunsrück ausgearbeitet. "Der Kreisverkehr an der Mülldeponie und eine enge Kurve zwischen Gebäuden in Beuren sind die problematischsten Stellen", sagt der Transport-Experte. Spezielle Kunststoffplatten, die am Kreisel ausgelegt werden, sollen verhindern, dass sich die Räder in der Wiese festfahren. Für den Fall, dass es mit Brückenhöhen eng werden sollte, kann der Anhänger hydraulisch bis zu 20 Zentimeter abgesenkt werden.

Warum überhaupt dieser komplizierte Transportweg? Man hätte doch gleich in Polen das Teil in eine Antonow laden können. Die Antwort von Erwin Jüdith von der Spedition Riedl (Hagen), der für den Gesamttransport verantwortlich ist, ist einleuchtend: "Die Generatoren werden am Rotterdamer Hafen eingelagert und erst vor dem Transport für den Betrieb in dem entsprechenden Land modifiziert."

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