Der Trierer Weihnachtsbaum steht wieder an der Porta Nigra

Kostenpflichtiger Inhalt: Weihnachten : Wie der Dönerspieß, so der Trierer Weihnachtsbaum

Der Koloss wurde abgesägt, beschnitten, verladen, transportiert und wieder aufgestellt. Auf seinen Schmuck muss er aber noch etwas warten.

Montagmorgen, 8 Uhr, es regnet im Trierer Stadtteil Mariahof. Hier wird gleich ein Baum abgesägt. Dabei handelt es sich um eine rund 50 Jahre alte und sechs Tonnen schwere Fichte. Fallen wird der (noch) 25 Meter hohe Nadelbaum allerdings nicht. „Sonst würden die Äste abbrechen“, erklärt Thomas Kimmig, stellvertretender Leiter der Abteilung „Stadtbäume“, vom Trierer Amt StadtGrün.

Der Baum wird schließlich noch gebraucht. Er wird in rund zwei Stunden für die Advents- und Weihnachtszeit an der Porta Nigra aufgestellt. Statt gefällt zu werden, wird die Fichte mit einem Seilgurt an einen großen Kran gehangen. Der Baum wird wie üblich unten angesägt, doch statt zu fallen, kippt er nur leicht und wird dann vom Kran aufgefangen.

„Leider ist der Stamm des Baumes zu breit, als dass er in das vorgesehene Loch auf dem Porta-Nigra-Vorplatz passen würde“, erklärt Kimmig. Die Arbeiter sägen ungefähr einen Meter vom Stamm sowie ein paar Äste ab. Passt aber noch immer nicht. „Wie bei einem Dönerspieß“, scherzt ein Arbeiter, wird der Stamm beschnitten, sodass er auch in das rund 45 Zentimeter breite Loch vor der Porta passt.

Nun geht die Reise los. Er wird im Zusammenspiel von Kran und der Hebeanlage eines speziellen Holztransporters auf diesen geladen. Von seinem ehemaligen Standort vor einem Mehrfamilienhaus in Mariahof geht es – schneller als gedacht – bergab ins Tal. Ein Begleitfahrzeug fährt mit gelbem Signallicht voran. Einige Male muss der Konvoi halten, damit störende Verkehrsinseln für den überbreiten Spezialtransporter kurzfristig abmontiert werden können.

An der Porta Nigra angekommen wird das vorgesehene Loch noch schnell von Unrat befreit. Wenige Minuten später hängt der Baum erneut an den Seilen und wird langsam an den neuen Standort abgelassen. Hier wird er bis ins neue Jahr verweilen, ehe er dann Schritt für Schritt abgeholzt wird und vielleicht einmal den einen oder anderen Kamin beheizt.

Gespendet wurde der Baum von der Wohnungsbaugesellschaft Deutsche Bau- und Grundstücks AG, die das Mehrfamilienhaus besitzt. Der Baum störte laut Kimmig bei der Erneuerung der Fassade und nahm den Bewohnern zudem Licht. Das Vorhaben – also Absägen, Verladen, Transportieren und Wiederaufstellen – hat die Stadt rund 3000 Euro gekostet. „Was ein Aufwand, aber was muss, das muss“, kommentiert eine Passantin.

In den kommenden Tagen soll der Baum, wie auch die gesamte Altstadt, weihnachtlich geschmückt werden und gemeinsam mit dem Trierer Weihnachtsmarkt, der am Freitag, 22. November, startet, die Adventszeit einläuten.

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