Der ungewollte Zusatzeimer

Nein zur Biotonne - das sagt der Verbandsgemeinderat Ruwer. Die von EU und Bundesregierung politisch gewollte zusätzliche Trennung von Biomüll wird im Schatten der hochmodernen Abfallaufbereitungsanlage Mertesdorf abgelehnt. Und es gab eine gute Nachricht zu einem Projekt in Gusterath.

Waldrach. Widerstand gegen die von Berlin verordnete Einführung einer zusätzlichen Biotonne hatte der kreisübergreifende Zweckverband Regionale Abfallwirtschaft (RegAb) angekündigt. RegAb will seine Entscheidung notfalls auch auf dem Rechtsweg verteidigen (der TV berichtete).
Kritik: Stures Festhalten


In der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeiderates Ruwer erläuterte RegAb-Geschäftsführer Max Monzel die technischen Hintergründe der Entscheidung. Dazu erklärte Bürgermeister Bernhard Busch, dass die Verbandsgemeinde (VG) Ruwer als Standort der regionalen Aufbereitungsanlage ein besonderes Interesse an deren Bestand habe. In einem umfassenden Referat stellte Geschäftsführer Monzel die technischen Möglichkeiten der Mertesdorfer Trocknungsanlage dar, die aus Hausmüll energiereichen Kraftwerksbrennstoff produziert. Monzel kritisierte das sture Festhalten des Gesetzgebers an der EU-Biotonnen-Verordnung, ohne technische mögliche Sonderwege wie in Mertesdorf zuzulassen. "Unsere Anlage wäre in der Lage, alle Abfälle zu trennen und sogar den gelben Sack überflüssig zu machen. Doch das ist politisch nicht gewollt. Nun sollen uns noch die Bio-Abfälle mit der gelben Tonne entzogen werden." Das Ergebnis werde sein: mehr Kosten und Belastungen für die Verbraucher, höherer Transportaufwand, ineffektiverer Betrieb der Mertesdorfer Trocknungsanlage und somit eine schlechtere ökonomische und ökologische Bilanz. Monzel: "Die gelbe Tonne ist sinnvoll, wenn es nichts anderes gibt. Aber wir haben die technisch fortschrittlichere Alternative." Das Referat wurde vom Rat mit großem Beifall bedacht. Marianne Rummel (Grüne) sprach hingegen von "vereinfachter Darstellung und Stimmungsmache".
Gute Nachrichten hatte Bürgermeister Busch zu einem Bauvorhaben in Gusterath, wo die Erweiterung der Grundschule mit dem Neubau des Bürgerhauses verbunden werden soll.
Schnelle Entscheidung erhofft


Seit rund drei Jahren tritt das Projekt auf der Stelle, weil das Land die Planung als zu überdimensioniert und zu teuer ablehnt und bisher Zuschüsse verweigert (der TV berichtete mehrfach). Busch: "Es scheint sich nun eine Wende anzubahnen. Wir hatten jüngst ein überraschend gutes Gespräch mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion und der Struktur- und Genehmigungsdirektion." Die Verwaltung erwartet nun in den nächsten sechs bis acht Wochen einen Bewilligungsbescheid. Im kommenden Jahr könne das Projekt dann in Angriff genommen werden. f.k.