1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Der Verein Katholisches Familienbildungszentrum Remise Trier-Ehrang ist Trägerverein beider Einrichtungen.

Soziales : Zwei Vereine unter einem Dach

Die Katholische Familienbildungsstätte und die Remise Trier-Ehrang verschmelzen. Dafür brauchen alle Beteiligten viel Fingerspitzengefühl. Ändert sich das Angebot?

„Vielfältig wie das Leben“ heißen die aktuellen Programmhefte der Katholischen Familienbildungsstätten in der Stadtmitte von Trier und in Trier-Quint. Der Titel weist darauf hin, was beide Einrichtungen Familien bieten: Angebote von Rückengymnastik über Kochkurse bis hin zu Mal- und Zeichenkursen. Vom Baby bis zum Senior nutzen Tausende Jahr für Jahr die Angebote.

Aus einer Privatinitiative heraus war vor 60 Jahren die Familienbildungsstätte in der Krahnenstraße in der Stadtmitte entstanden, halb so alt ist die Familienbildungsstätte Remise Trier-Ehrang in der Von-Pidoll-Straße in Quint. Im vergangenen Jahr hatten rund 8000 Menschen an den Kursen in der Familienbildungsstätte Trier teilgenommen, mehr als 6000 in der Remise, wie die Anlaufstelle für Familien landläufig kurz genannt wird.

Bis Mitte dieses Jahres haben zwei Vereine die beiden Einrichtungen, die viele Ehrenamtliche Jahrzehnte lang zu dem gemacht haben, was sie heute sind, getragen. Doch seit Längerem kränkelte die Vereinsstruktur Katholische Familienbildungsstätte Trier e.V.

Konkret: Es konnte kein Vorstand gefunden werden. Jüngst wurde die sprichwörtliche Reißleine gezogen: Rund ein Jahr lang wurde verhandelt. Das Ergebnis dieses Prozesses: Eine Verschmelzung beider Vereine, formal ist der Verein Katholische Bildungsstätte e.V. dem neuen Trägerverein „Katholisches Familienbildungszentrum Remise Ehrang e.V. beigetreten – der große Verein ist nun unter dem Dach des kleinen. „Beide Einrichtungen werden selbstständig weitergeführt“, erklärt Bernhard Klein, erster Vorsitzender des Trägervereins. Damit der Vorstand die neue Aufgabe nach der Fusion bewältigen könne, sei durch Umstrukturierung die Stelle einer hauptamtlichen Geschäftsführung geschaffen worden, erklärt Klein weiter. Brunhilde Steinmetz, Leiterin der Remise, ist die neue Geschäftsführerin. Neue Leiterin der Familienbildungsstätte in der Stadt Trier ist Isabelle Weber-Wertz. Sie war bislang in der Remise als pädagogische Referentin und als sozialpädagogische Fachkraft tätig.

Was heißt die Verschmelzung nun für Familien und Mitarbeiter? Die Arbeitsplätze in der Krahnenstraße in Trier und die Möglichkeit für die 50 bis 60 Referenten, dort Angebote machen zu können, konnte mit der Fusion laut Vorsitzendem gesichert werden. Und man hoffe auf positive Synergieeffekte. „Diese auszuloten, ist eine zukünftige Aufgabe“, sagt Klein. Die Charaktere beider Einrichtungen sollten dabei erhalten bleiben, sagt Klein. Vorstellen könne er sich beispielsweise einen gemeinsamen Referentenpool oder mehr Gemeinsamkeiten in der EDV oder gemeinsame Anmeldemodalitäten zu den Kursen.

Während des Gesprächs in der Remise wird immer wieder deutlich, wie viel Fingerspitzengefühl die Verschmelzung braucht. Die vereinstechnische Umstrukturierung fällt in eine ohnehin schon herausfordernde Zeit: Corona hat auch die Familienbildungsstätten verändert. „Nach dem Lockdown sind wir mit Zollstock und Klebeband durchs Haus, teilweise sind wir digital umgestiegen, haben sogar Angebote in den Wald verlegt“, sagt Brunhilde Steinmetz. Einige Kurse hätten als Hybrid-Veranstaltung stattgefunden, also digital und live.

Um die Finanzen muss sich der Trägerverein erst einmal keine Sorgen machen. „2020 kommen wir mit einem blauen Auge davon“, sagt Klein. Auch Familien müssen sich keine Sorgen machen: Die vielfältigen Angebote wird es sowohl in Trier als auch in der Remise weiterhin geben.