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Der Verein Kirua-Kinderhospital-Hilfe benötigt rund 10 000 Euro.

Meine Hilfe zählt : „Das Coronavirus macht vor Afrika nicht Halt“

Meine Hilfe zählt: Der Verein Kirua-Kinderhospital-Hilfe bittet um rund 10 000 Euro  für die Errichtung eines Corona-Zentrums in Tansania.

Der Ausbruch der Corona-Pandemie verändert auch die Arbeit der Hilfsprojekte in Afrika. Seit vielen Jahren unterstützt Eduard Kimmlingen aus Trierweiler über zwei gemeinnützige Vereine Menschen in der Region Kirua in Tansania, am Fuße des Kilimandscharos. Groß war die Freude im Oktober vergangenen Jahres, als die ersten beiden Etagen des Kinderkrankenhauses offiziell eröffnet und erste Patienten behandelt wurden. Volksfreund-Leser hatten Tausende an Euro gespendet, damit das Mammut-„Meine Hilfe zählt“-Projekt „Bau eines Kinderkrankenhauses“ ermöglicht werden konnte. Etage drei und vier sind noch im Rohbau.

Wie wichtig die teilweise Eröffnung der Klinik auf dem Land nahe der Stadt Moshi war, zeigen Statistik und immer wieder gemachte Beobachtungen: „75 von tausend Neugeborenen starben dort an Krankheiten wie Durchfall, Lungenentzündung oder Masern, an Krankheiten, die leicht behandelt werden können“, sagt Kimmlingen. Auch viele Mütter überlebten die Geburt nicht. Und jedes vierte Kind ist keine fünf Jahre alt geworden, weil Impfungen und Medikamente fehlten oder das Wissen darüber, wie man Tabletten einnimmt. Kurzum: Die medizinische Versorgung der Menschen in der ländlichen Region Kirua war katastrophal.

Verein Kinderhilfe Moshi/Tansania Foto: TV/Verein Kinderhilfe Moshi/Tansania

Die Pandemie wirbelt nun auch die Pläne der Helfer durcheinander. Verzweifelt wandte sich Eduard Kimmlingen, erster Vorsitzender des Vereins Kirua Kinderhospital Hilfe, an den Trierischen Volksfreund. In einer E-Mail schreibt er: „Das Coronavirus wird vor Afrika nicht Halt machen.“ Es sei bereits in Tansania angekommen. Mitte März sei dort der erste Infektionsfall gemeldet worden. Wie viele glaubt er, dass die Zahlen bald rasant steigen werden und es nur noch eine Frage der Zeit sein wird, wann die ersten Fälle in der Region Kirua auftreten. Deshalb soll ein separates Gebäude, das zurzeit als Lagerraum in Nähe des neu errichteten Krankenhauses dient, schnell und möglichst kostengünstig zum „Corona-Zentrum“ umgebaut werden. Infizierte Patienten sollen dort isoliert vom allgemeinen Krankenhausbetrieb untergebracht werden.

Mit der Inbetriebnahme des Krankenhauses bei Moshi hat sich die Situation der dortigen Kinder und ihrer Mütter verbessert. Jetzt soll wegen der Pandemie Vorsorge  getroffen werden. Foto: TV/Kinderhilfe Moshi

Vor Monaten waren in der Region Trier ausrangierte Klinikbetten in Containern in die Region Kirua transportiert worden. Einige dieser Betten können laut Kimmlingen im geplanten Corona-Zentrum verwendet werden.

MHZ_Spendenstand 2104 Foto: TV/Schramm, Johannes

Was muss angeschafft werden? „Sauerstoffkonzentratoren und Schutzkleidung sowie Atemmasken für das Personal“, steht auf der Internetseite der TV-Spendenplattform (www.meine-hilfe-zaehlt.de). Kimmlingen erklärt: „Sauerstoffkonzentratoren werden eingesetzt, wenn Patienten Atemnot haben und zusätzlich Sauerstoff brauchen.“ Es sei die erste Option bevor Covid-19-Patienten an ein Beatmungsgerät angeschlossen würden. Die Geräte sind teuer, eins kostet rund 1500 Euro und „sie sind in Tansania nur in den großen Krankenhäusern vorhanden.“

 „Wir sind uns bewusst, dass die Corona-Krise den Menschen in Deutschland unheimlich viel abverlangt und viele Menschen in finanzielle Notlagen geraten“, sagt Kimmlingen. Dennoch dürften die Menschen in Kirua nicht im Stich gelassen werden. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagte: „Wir müssen zusammenstehen, um dieses unbekannte, gefährliche Virus zu bekämpfen.“ Das sagt auch der Ehrenamtliche aus Trierweiler und bittet die TV-Leser um Unterstützung.

Unter dem „Meine Hilfe zählt“- Projekt „Kirua Kinderhospital Hilfe“ hat er einen weiteren Bedarf angemeldet – für das geplante Kirua-Corona-Zentrum.

Das Projekt hat die Nummer 73217. Der Dank des Vereins und der tansanischen Bevölkerung sei den Spendern gewiss, sagt der erste Vereinsvorsitzende und appelliert an die Hlfsbereitschaft der TV-Leser: „Bitte helfen Sie jetzt, um Schlimmeres zu verhindern.“