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Der Weg ist frei auf dem Trierer Moseldamm

Hochwasserschutz : Der Weg ist frei auf dem Trierer Moseldamm

Die Bauarbeiten zur Sanierung des Hochwasserschutzdeiches auf dem rund 600 Meter langen Teilabschnitt izwischen der Jugendherberge und dem Freibad Nord sind abgeschlossen und wieder für Fußgänger und Radfahrer freigegeben.

Die Fertigstellung des zweiten und finalen Bauabschnitts ist nach Angaben der Planungsbehörde SGD Nord für das Frühjahr 2021 vorgesehen. Durch den Deich am Zurlaubener Ufer werden 25 000 Menschen und zwei Krankenhäuser in den dahinter liegenden Stadtgebieten vor Überflutungen geschützt.

Über die Jahre hatte der Deich an Standsicherheit verloren und muss deshalb saniert werden. „Somit ist sichergestellt, dass die Stadt Trier vor einem 50-jährlichen Hochwasser geschützt ist“, sagt Ulrich Kleemann, Präsident der SGD Nord.

Vor eine besondere Herausforderung waren die Planer aufgrund der Bäume auf der Deichkrone sowie auf den wasser- und landseitigen Böschungen gestellt (der TV berichtete). Deren Baumwurzeln reichen tief in das Bauwerk hinein bis in das Grundwasser und lockern den dichten Boden auf, was sich negativ auf die Standsicherheit auswirkt.

Um möglichst viele Bäume erhalten zu können, erfolgte die Sanierung im Wesentlichen durch den Einbau der Spundwand als Innendichtung. Somit habe eine Durchsickerung des Deiches oder eine Beschädigung der Deichböschungen keine Auswirkungen auf den Hochwasserschutz der Stadt Trier.

Für den Einbau der Spundwand im erforderlichen Abstand zu den Bäumen und den Neubau des Deichverteidigungsweges musste die Deichkrone verbreitert werden. Dazu wurde im Bereich zwischen Jugendherberge und Cusanushaus eine circa 200 Meter lange Winkelstützwand gebaut und hinterfüllt. In der Nähe der Bäume wurden höhenverstellbare Wurzelbrücken aus Stahlrosten hergestellt.

Auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt erstreckt sich beidseitig der Baumallee eine Promenade. Um die Stressfaktoren für die Bäume infolge des Klimawandels zu minimieren und die bisherigen Bemühungen zum Baumerhalt zu optimieren, wurde der Weg nach Angaben der Planungsbehörde mit einer hellen, wasserdurchlässigen Pflasterdecke anstelle einer dunklen Asphaltdecke ausgebaut. Das wasserseitige Bankett wurde als begehbarer Grünstreifen ausgeführt.

Zum Hintergrund: Entlang der Mosel, zwischen Einmündung der Pellinger Straße im Süden der Stadt und dem Ratio-Einkaufszentrum im Norden, schützt ein durchgehender Deich die Moselstadt Trier vor Hochwasser. 1930 erbaut und in den Jahrzehnten unregelmäßig erweitert, entspricht der Deich heute nicht mehr dem technischen Standard. Teilweise weist er Schäden auf. Aus diesem Grund ist eine umfassende Sanierung des Deiches notwendig, die unter Leitung der SGD Nord umgesetzt wird.

Nach dem Abschluss des ersten Bauabschnittes im November 2018, der sich seit 2016 von der Kaiser-Wilhelm-Brücke bis zur Jugendherberge erstreckte, laufen seit November 2019 die Arbeiten zum zweiten und finalen Bauabschnitt der Sanierung.

Auf einer Länge von rund 1,5 Kilometern wird der Deich zwischen der Römerstadt-Jugendherberge und dem Ratio-Einkaufszentrum instandgesetzt. Rund 4 Millionen Euro werden dafür investiert. 90 Prozent hiervon übernimmt das Land. Ende 2018 war bereits der erste Bauabschnitt zwischen der Kaiser-Wilhelm-Brücke und der Jugendherberge fertiggestellt worden, der 5,5 Millionen Euro kostete.