Der Weg nach Trier wird ab Mai zum Engpass

Verkehr : Der Weg in die Stadt wird ab Mai zum Engpass

Brückensanierung am Verteilerkreis Trier-Nord: Sechs Monate ist zwischen A 602 und Zurmaiener Straße nur eine Spur befahrbar.

Alles neu macht der Mai – diese Zeile aus dem bekannten Volkslied lässt sich nur bedingt auf die im Mai beginnende Sanierung der Brücke oberhalb des Verteilerkreises Nord in Trier anwenden. Denn die heitere Note des Liedes, das ja den Frühling willkommen heißt, dürfte bei den Autofahrern nicht aufkommen. Im Gegenteil: Staus und Behinderungen sind für ein halbes Jahr, also bis November, programmiert (siehe Grafik).

Zunächst soll die stadteinwärts führende Fahrbahn im Übergang von der A 602 zur Zurmaiener Straße gesperrt werden. Der Verkehr fließt dann in beide Richtungen auf dem anderen Fahrstreifen. Nach einer Winterpause geht das Spielchen im Frühjahr 2020 wieder von vorne los. Dann wird die stadtauswärts führende Spur gesperrt.

Wie das Autobahnamt Montabaur mitteilt, ist das westliche Widerlager der Brücke so stark beschädigt, dass es erneuert werden muss. Die Konstruktion weise starke Feuchtigkeitsschäden auf, es gebe Risse und Löcher im Beton. Zudem werden die Fahrbahnen erneuert, das östliche Widerlager wird ausgebessert. Zum Glück bestehe die 450 Meter lange Brücke aus zwei getrennten Bauwerken, sagen die Straßenplaner. Andernfalls hätte komplett gesperrt werden müssen.

Kraftfahrer, die nach Trier pendeln, müssen sich ab Mai auf längere Wartezeiten einstellen, insbesondere morgens im Berufsverkehr zwischen 7 und 8 Uhr. Laut Autobahnamt wird auf beiden Seiten der Baustelle eine 300 Meter lange Zone eingeplant, in der die Fahrzeuge per Reißverschlussverfahren in die andere Fahrspur einfädeln sollen.

Die Planer aus Montabaur hatten alternativ prüfen lassen, den Autobahnverkehr vor der Baustelle in Richtung Verteilerkreis umzuleiten. Basis der Untersuchung war eine Verkehrszählung im Bereich Zurmaiener Straße/Verteilerkreis Nord/A 602. Dieser Bypass, so das Ergebnis, würde im Berufsverkehr schnell an seine Grenzen stoßen. Das Gutachten kommt zu dem Schluss, dass der Verkehrsfluss in den Spitzenstunden in beide Richtungen durch die einspurige Verkehrsführung während der Bauzeit problemlos geführt werden kann.

Ursprünglich hatte das Autobahnamt die Sanierung der Ehranger Moselbrücke für die Jahre ab 2019 im Plan. Doch die Brückensanierung am Verteilerkreis hatte sich als dringender herausgestellt. Nun soll die Ehranger Brücke erst ab 2021 an die Reihe kommen. Überschneidungen zwischen diesen beiden Maßnahmen werde es nicht geben, versprechen die Autobahnplaner.

Überschneidungen wird es jedoch mit Bauarbeiten an einer anderen wichtigen städtischen Durchfahrtsstraße geben: der Luxemburger Straße. Ebenfalls ab Mai soll nach Auskunft von Stadtsprecher Michael Schmitz ein rund 1125 Meter langer Fahrbahnabschnitt zwischen dem Knotenpunkt Römerbrücke West und der Brücke über die Straße Im Speyer ausgebaut werden (siehe Info)

Dass die Arbeiten zeitgleich zur Brückensanierung an der A 602 laufen, sieht die Stadt Trier unkritisch: „Die Luxemburger Straße ist keine direkte Ausweichroute für die A 602.”

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