Der will nicht mal spielen!

Kürzlich war ich bei einer guten Freundin für ein paar Tage zu Besuch - sie wohnt mittlerweile in New York, und als ich sie das letzte Mal besuchte, war da noch ein kleiner puschliger Knubbel namens Otis.

Mittlerweile ist der Schweizer Sennenhund - die mit dem Fässchen um den Hals - zu einem stattlichen Prachtkerl angewachsen. Fast 60 Kilo schwer, 70 Zentimeter hoch - Otis könnte einem schon Angst einjagen. Könnte. Wenn er denn wollte. Aber er will nicht.

Normalerweise traue ich Hundehaltern nicht, wenn sie sagen, dass ihr Hund doch nur spielen will, wenn sie mit aufgerissenem Maul zähnefletschend auf einen zugerannt kommen. Doch Otis ist da ganz anderer Meinung. Er will weder spielen noch rennen, noch Zähne fletschen, noch irgendetwas. Er verfügt über eine Couch-Anziehungskraft wie kein Mensch, und auch seine Gier auf köstlichen Parmaschinken tendiert gen null. Selbst ein Wurf des edlen Fleischs kümmert ihn die Bohne. Die Scheibe klatschte ihm auf die Schnauze, einmal kurz geschüttelt, und weg war sie. So geht es ja schließlich auch. Warum auch bewegen? Ist ja sowieso genug Stress in New York. Nun, ich ließ mir erklären, dass Otis ein sogenannter "Watch-Dog" sei - einer, der nur schaut… und schaut… und schaut! Aber es dabei auch belässt. Irgendwie sympathisch. Und so lernte ich Otis dann auch lieben. Und erinnerte mich an ein tolles Lied aus dem Dschungelbuch: "Probier's mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…!" Gar nicht so schlecht, diese Idee!

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