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Der Wille ist da, das Geld fehlt

Der Wille ist da, das Geld fehlt

Mit einer großen Kampagne soll auf das Risiko von Darmkrebs aufmerksam gemacht werden. Unternehmen sollen Mitarbeitern Tests bezahlen, mit denen Auffälligkeiten nachgewiesen werden.

Trier. Darmkrebs - eine Diagnose, die Betroffene erschüttert. Jährlich erkranken 73 000 Menschen an der tückischen Krankheit, 27 000 sterben daran. "Darmkrebs ist gut heilbar, wenn er früh erkannt wird", sagt Erwin Rambusch. Er ist Oberarzt und Leitender Gastroenterologe (Spezialist für Magen-Darm-Erkrankungen) im Trierer Mutterhaus. Er hat dem Darmkrebs den Kampf angesagt. Er hat die Aktion "Stopp Darmkrebs - Trier sorgt vor" ins Leben gerufen.

Unternehmen sollen Vorsorge-Kosten tragen



Unternehmen der Region werden aufgerufen, die Kosten für eine Darmkrebsvorsorge für ihre Mitarbeiter zu übernehmen. Für alle ab 45 Jahren wird eine regelmäßige Vorsorge empfohlen. Mit der Kampagne soll erreicht werden, dass die entsprechenden Mitarbeiter einen Stuhltest machen sollen, bei dem selbst nach geringsten Mengen Blut im Stuhl gesucht wird. Nur die betreffenden Personen erfahren laut Rambusch das Testergebnis. Ein positives Ergebnis bedeute allerdings nicht automatisch, dass man Darmkrebs habe, häufig könnten auch harmlose Erkrankungen dahinter stecken.

Da die Krankenkassen den Test nicht bezahlen, sollen die Unternehmen die Kosten dafür übernehmen. Eine der ersten Firmen, die sich beteiligen, ist Kranarbeiten Steil aus Trier.

Malu Dreyer ist Schirmherrin der Aktion



Laut Rambusch sind unter anderem auch die Bitburger Brauerei, die Fachhochschule, die Uni, die Sparkasse, die AOK, das Mutterhaus und eine Lüftungsfirma dabei. Schirmherrin der Aktion ist die rheinland-pfälzische Gesundheitsministerin Malu Dreyer. Ausgerechnet ihr Ehemann, Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen, musste aber die Teilnahme an der Aktion absagen. Der verschuldete Trierer Haushalt lasse nicht zu, dass die Stadt die Kosten für die Stuhltests der Beschäftigten übernehme, habe die Verwaltung ihm mitgeteilt, sagt Rambusch.

Auch die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion habe trotz Interesses abgewunken, man habe vom Land kein Geld dafür bekommen, sei ihr mitgeteilt worden.

Pro Laboruntersuchung seien rund 1,50 Euro fällig, sagt Rambusch. "Die Kosten sind weitaus geringer als ein eventueller Arbeitsausfall bei einer Darmkrebserkrankung."