Gartenbau: Der Winter setzt dem Xiamen-Garten zu

Gartenbau : Der Winter setzt dem Xiamen-Garten zu

Das Geschenk aus der chinesischen Partnerstadt zeigt Schwächen. Für eisige Kälte ist die wasserdurchlässige Keramik nicht gemacht.

Zur Eröffnung des Xiamen-Gartens auf dem Gelände der ehemaligen Landesgartenschau war im November vor einem Jahr hoher Besuch aus China auf den Trierer Petrisberg gekommen. Generalkonsul Wang Shunquing sprach an jenem verregneten Nachmittag im Spätherbst von „einem starken Symbol für die Freundschaft zwischen den Menschen und Ländern“. Wäre er in diesen Tagen erneut Besucher des Partnerschaftsgartens, wäre seine Freude sicherlich getrübt. Denn die überwiegend mit roter Originalkeramik aus China gestaltete Aussichtsplattform leidet mächtig unter den winterlichen Temperaturen.

Viele der aufwendig verlegten Keramikfliesen sind gerissen oder aufgeplatzt. Die feinen Tonscherben knirschen bei jedem Tritt. Und auch einige der zum Schutz vor Feuchtigkeit in Plastikfolie eingepackten Paravents, die sich Landschaftsplaner Min Yiming als Raumteiler in einem symbolischen chinesischen Haus ausgedacht hat, zeigen deutliche Schäden. Besonders die Motivkacheln, die interessante Eindrücke aus der Partnerstadt Triers geben, leiden unter der Kombination Feuchtigkeit und Frost.

„Wir haben noch Fliesen und Keramikkacheln in Reserve“, sagt Peter Dietze, Präsident des Vereins Xiamen-Garten, der sich zur Unterhaltung des Gartens verpflichtet hat. „Wo Gefahrenstellen entstehen, werden wir die beschädigte Keramik austauschen. Grundsätzlich nehmen wir aber die schnellere Verwitterung in Kauf und prüfen, ob wir langfristig Keramik verlegen, die unsere mitteleuropäischen Temperaturen auch im Winter aushalten.“

Die Bodenfliesen aus Xiamen, die gemeinsam mit Klinkersteinen, massiven Sitzsteinen und weiteren Baumaterialien aus China nach Trier importiert wurden, sind bei niedrigeren Temperaturen gebrannt als DIN-geprüfte Keramik in Deutschland. Das macht sie wasserdurchlässig und anfällig für Schäden. Dietze: „Die ausführende Firma hier in Trier hat Tests gemacht, die Fliesen zu versiegeln. Das brachte aber keine Lösung.“

Insgesamt 485 000 Euro hat der Partnerschaftsgarten Xiamen-Trier gekostet. Einen Anteil von 285 000 Euro davon hat die Stadt Xiamen übernommen. Die Stadt Trier hat über die Tourismus und Marketing GmBH (Petrispark)  das Grundstück zur verfügung gestellt. Der Restbetrag und die Pflegekosten werden vom Verein Chinesischer Garten Trier übernommen.

 Keine Schäden können die eisigen Temperaturen an dem landschaftsarchitektonisch gestalteten Bereich des Partnerschaftsgartens unterhalb des gekachelten Plateaus anrichten. Dort symbolisiert ein aus großen Kieselsteinen gestalteter „Weg“ einen Fluss, der in einen kleinen See übergeht. Dort laden große Sitzsteine zum Sitzen und Meditieren ein. „An warmen Tagen wird das von vielen Menschen genutzt, die von dort auch den Ausblick über die Landschaft genießen“, sagt Peter Dietze. Nachpflanzungen werde es geben, um zwischen den Kieseln mehr Gräser wachsen zu lassen. Ergänzt werden zudem die Buchenhecken, die unter der Sommerhitze an einigen Stellen stark gelitten haben. Ist das zugewachsen, werden die dort auf Stahlrohren platzierten Steine tatsächlich den beabsichtigten Eindruck vermitteln, als würden sie fliegen.

Offiziell wieder geöffnet werden soll der renovierte Partnerschaftsgarten Xiamen-Trier am Sonntag, 28. April. „Wir werden Anfang April das Programm für die Veranstaltungen dort in diesem Jahr vorstellen“, verspricht Peter Dietze, der als Präsident der Deutsch-Chinesischen Gesellschaft Trier seit 2014 auch Ehrenbürger der 2,5 Millionen-Einwohner-Stadt  Xiamen ist.  Bereits fest steht auch der Termin für das Sommerfest: Eisige Temperaturen werden am 18. August keinen Strich durch die Rechnung machen.

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