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Der Wunschpartner heißt unverändert Schweich

Der Wunschpartner heißt unverändert Schweich

In Heidenburg, Büdlich und Breit spricht sich die Mehrheit der Bürger mit Blick auf die kommende Gebietsreform unverändert für einen Anschluss an die Verbandsgemeinde (VG) Schweich und damit an den Kreis Trier-Saarburg aus. Der geplante Wechsel an die Einheitsgemeinde Morbach (Kreis Bernkastel-Wittlich) stößt auf wenig Gegenliebe.

Schweich/Büdlich/Breit. "Wir fühlen uns Schweich und der Mosel zugehörig" - so lautete dieser Tage der Tenor bei einer Bürgerversammlung in Büdlich, als VG-Bürgermeister Hans-Dieter Dellwo den Bürgern von Büdlich und Breit Rede und Antwort zu Fragen der kommenden Kommunalreform stand. Dass sich die Verbandsgemeinde (VG) Thalfang im Zuge der Kommunalreform auflösen wird, ist nur noch eine Frage der Zeit. Die VG Neumagen-Dhron hat diesen Schritt schon vollzogen: Am 1. Januar 2012 fusionieren Neumagen-Dhron, Minheim und Piesport mit der VG Bernkastel-Kues, Trittenheim wechselt zur VG Schweich. Dieser Aufteilung war ein langwieriger Findungsprozess vorausgegangen, bei dem Bürgerumfragen eine wesentliche Rolle spielten (der TV berichtete).
Bei der anstehenden Reform schien für die VG Thalfang zunächst eine komplette Fusion mit der Einheitsgemeinde Morbach als ausgemacht. Doch in drei Orten regte sich Widerstand: In Heidenburg wurde der Bürgerunwille über eine mögliche Zwangsfusion mit Morbach schon im Sommer laut. Bald folgten ähnliche Rufe aus Büdlich und Breit. Warum, zeigt ein Blick auf die historischen Zusammenhänge: Trittenheim, Heidenburg, Büdlich, Breit und Naurath/Wald gehörten bis zur ersten Gebietsreform 1969 zum Amt Klüsserath und zum ehemaligen Kreis Trier. Der Anschluss an den damals neu gebildeten Kreis Bernkastel-Wittlich erfolgte per Verwaltungsakt und ohne Bürgerbefragung. Der Wunsch einer Bevölkerungsmehrheit, wieder in den altvertrauten Umkreis in Richtung Schweich und Trier zurückzukehren, blieb in den betroffenen Orten jedoch bis heute erhalten.
Für die Trittenheimer hat sich der Wunsch inzwischen erfüllt. Mit Unterschriftensammlungen und Begehren versuchen nun auch zahlreiche Bürger aus Heidenburg, Büdlich und Breit, den Kurs in Richtung Schweich zu wenden.
Die VG Schweich fühlt sich durch so viel Wechselinteresse zwar geschmeichelt, ihr sind jedoch derzeit die Hände gebunden: Fusionsverhandlungen können nach dem Gesetz erst nach entsprechenden Beschlüssen des VG-Rats Thalfang und der betroffenen Ortsgemeinderäte eingeleitet werden. Doch dieses Signal steht bisher aus.Extra

In der Verwaltung der Verbandsgemeinde (VG) Schweich werden die Wechselwünsche der Heidenburger, Büdlicher und Breiter mit Wohlwollen betrachtet - doch eine konkrete Unterstützung ist von dieser Seite aus nicht möglich. Grund sind die Bestimmungen im Kommunalreformgesetz. Danach kann die VG Schweich erst in Fusionsverhandlungen mit der noch existierenden VG Thalfang treten, wenn dies vom VG-Rat Thalfang und den Räten der betroffenen Ortsgemeinden gewünscht wird. Ein entsprechender Beschluss dieser Gremien liegt aber (noch) nicht vor. Wolfgang Deutsch von der VG-Verwaltung Schweich: "Wir dürfen ohne entsprechende Entscheidungen der Räte auch keine Anfragen von Bürgern aus diesen Gemeinden bearbeiten." f.k.