Deutlich und provokant

TRIER. Mit einer Großveranstaltung auf dem Kornmarkt will das Trierer Aktionsbündnis "XX Tschernobyl" an den Super-Gau erinnert. Ab 17 Uhr dreht sich am 26. April alles um die Katastrophe, die an diesem Tag genau 20 Jahre zurückliegt.

"Wir werden zwischen 17 Uhr und 20.30 Uhr mehrere Aktionen im 20-Minuten-Takt auf einer zentralen Bühne vor dem Brunnen veranstalten", kündigt Sebastian Weismüller an. Er gehört Greenpeace Trier an und ist auch Mitglied des Aktionsbündnisses "XX Tschernobyl". "Dazu kommen zahlreiche Informationsstände, Ausstellungen und Präsentationen, die sich mit diesem Thema auseinander setzen."Cattenom-Plan wird verlesen

Die Veranstaltung beginnt um 17 Uhr mit einer ebenso deutlichen wie provokanten Aktion. Die Organisatoren wollen zuerst den ihrer Ansicht nach dürftigen Katastrophenplan für das Atomkraftwerk Cattenom verlesen. Danach beginnt ein "Die-In". Dieser Anglizismus ist eine Parodie des "Sit-In": Demonstranten setzen sich einfach mitten in den Weg beispielsweise eines Castor-Transportes und blockieren dessen Weg. Ein "Die-In" läuft jedoch anders ab: Die Mitglieder des Aktionsbündnisses setzen sich nicht einfach nur hin, sondern stellen sich tot und spielen die Rolle von Opfern eines Super-Gaus. Danach wird es laut. 20 Minuten Trommeln für 20 Jahre Tschernobyl steht auf dem Programm. Um 18.20 Uhr beginnt eine Mahnwache für die Tschernobyl-Opfer, um 19 Uhr beginnt eine Aktion des "Geheimen Theaters Tatendrang". Kraftwerke aus Schokolade

Artjom Kouida, ein Tschernobyl-Zeuge, hält ab 19.40 Uhr einen Vortrag. Abschließend startet Greenpeace um 20 Uhr die Aktion "20 Jahre - 20 Zwischenfälle". Die Trierer Stop-Bure-Gruppe lädt bereits ab 16 Uhr zu einer ebenfalls provokanten Aktion auf den Kornmarkt ein. Es geht um die Vernichtung eines Atomkraftwerks - allerdings werden nur Modelle aus Keksen und Schokolade zertrümmert. Man kann sogar zwischen verschiedenen Standort-Modellen und Unfalltypen wählen. "Mit dieser Aktion wollen wir die Trierer Bevölkerung wachrütteln", betont Bille Gsottschneider im Namen der Gruppe . "Ein Reaktorunfall ist schließlich überall möglich."