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Deutsche mit vielen Heimatländern

Archiv : Deutsche mit vielen Heimatländern

Aus der ganzen Welt kommen Menschen nach Trier. Viele sind Touristen, andere möchten bleiben und streben die Einbürgerung an. Einige haben dem TV ihre Geschichte erzählt.

Trier. 52 Trierer dürfen sich nun Deutsche nennen: Sie sind im Rathaus eingbürgert worden. Im Rahmen einer Feierstunde mit Musik von Schülerinnen des Angela-Merici-Gymnasiums sprach Oberbürgermeister Klaus Jensen über die Rechte und Pflichten eines deutschen Staatsbürgers und beglückwünschte die Eingebürgerten.
Unter den 52 neuen Trierern, darunter Familien aus Vietnam, der Türkei, Mazedonien und Benin sowie Männer und Frauen aus Syrien, Bulgarien, der Ukraine, Rußland und den Philippinen, waren zehn Kinder. 32 Menschen besitzen nun die doppelte Staatsbürgerschaft.
"Ich wünsche Ihnen, dass Sie in einer toleranten und internationalen Stadt wie Trier gut leben können", gab der OB den Eingebürgerten mit auf den Weg. Er verwies auf Anlaufstellen wie den Beirat für Migration und auf das von der Stadt erstellte Integrationskonzept, das für die kommenden Jahre vielfältige Maßnahmen beinhalte.
Die Feierstunde endete mit einem Empfang vor dem großen Rathaussaal. Beim Bürgeramt bildete sich anschließend eine lange Schlange: Viele Personalausweise wollten beantragt werden.
Einer der Eingebürgerten, Venelin Petrov (31), stammt aus Bulgarien. Durch Freunde sei er motiviert worden, zum Studium nach Deutschland zu kommen, berichtet er. "Ich lebe seit siebeneinhalb Jahren hier und habe hier auch studiert, BWL mit Schwerpunkt Finanzen und Marketing." Nun ist er auf Arbeitssuche. Seine Voraussetzungen sind gut: In Bulgarien lernte er Deutsch, Englisch und Russisch, in Trier Französisch. Die Einbürgerung sei ihm einerseits für die Arbeitssuche, andererseits für administrative Fragen wichtig. "In Trier und der Region gefällt es mir sehr gut", resümiert Petrov.
Die 26-jährige Diana Alexandrova, ebenfalls aus Bulgarien, berichtet eine ähnliche Geschichte. Auch sie studierte hier BWL. "Ich lebe seit sieben Jahren in Deutschland. Damals konnte ich überhaupt kein Deutsch und habe in Cottbus begonnen, in Englisch zu studieren", berichtet sie. Später wechselte sie nach Trier und verbrachte ein Austauschsemester in Irland.
"Ich möchte auf jeden Fall hier bleiben", sagt Alexandrova. "Trier ist zum Studieren und zum Leben perfekt!" Arbeit hat sie bereits gefunden: "Vor ein paar Monaten habe ich in Luxemburg angefangen und bin sehr zufrieden."
Ahmad El Hamid (29) stammt aus dem Libanon. Dort lernte er seine deutsche Frau kennen. Seit sechs Jahren lebt er in Trier, seine Kinder sind drei und vier Jahre alt. "In meinem Heimatland habe ich eine Ausbildung zum Schreiner gemacht, ich arbeite nun in Bitburg", berichtet er. Auch er fühlt sich sehr wohl in Trier: "In meinem Heimatland gibt es viele politische Probleme. Das Leben in Deutschland ist auf jeden Fall besser!"
Viermal im Jahr finden im Trie rer Rathaus Einbürgerungen statt; pro Jahr werden hier mehr als 200 Personen eingebürgert. Eingebürgerte können eine doppelte Staatsbürgerschaft haben - zum einen Menschen aus Staaten wie Brasilien und Syrien, deren Staatsangehörigkeit man nicht verlieren kann, zum anderen können seit 2004 EU-Bürger, die Deutsche werden, einen "Doppelpass" haben. Eingebürgert werden kann etwa, wer seit acht Jahren rechtmäßig in Deutschland lebt und ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen kann. Außerdem müssen Bewerber einen Einbürgerungstest ablegen. DQ