Deutschlands jüngste Polizistin
Für die fünfjährige Luisa Dany aus Detzem ist am Samstag ein großer Wunsch in Erfüllung gegangen: Zusammen mit ihrer Familie durfte sie in einem Polizeiwagen mit auf Streifenfahrt gehen.
Schweich. Einem Luftballon hatte die Vorschülerin aus Detzem das Erlebnis zu verdanken. Zusammen mit ihrer Mutter Elke Schröder-Dany, Vater Michael Dany und Bruder Sebastian (8) hatte Luisa im Herbst den Tag der offenen Tür der Polizeistation besucht und an einem Ballon-Weitflugwettbewerb teilgenommen.Ihr Ballon flog 167 Kilometer weit
"Dein Ballon ist mit 167 Kilometern am weitesten geflogen", erklärte Polizeihauptkommissar (PHK) Harald Roßwinkel. Deutlich war Luisa der Stolz anzumerken, als sie zum Auftakt des "Erlebnistages Polizei" auch eine Dienstmütze aufsetzen durfte. "Papa, guck mal!", rief sie begeistert. Vom Dienststellenleiter, Polizeihauptkommissar Hans-Walter Conrady, erhielt Luisa außerdem eine Urkunde und einen Polizeiteddy. Da der Erlös des Tages der offenen Tür für einen guten Zweck bestimmt war, übergab Conrady einen Scheck über 800 Euro an den Förderverein der Levana-Schule für Behinderte. Dessen Vorsitzender Manfred Diederich bedankte sich: "Das Geld setzen wir für die Anschaffung eines Busses ein." Deutschlands wohl jüngste Aushilfspolizistin Luisa konnte indessen das Ende der Feiern kaum erwarten: Nun begann der richtige Einsatz. Zunächst wurde ihr erklärt, wie die Polizeiwagen und -busse funktionieren. Auch auf dem Polizeimotorrad durften Luisa und Bruder Sebastian Platz nehmen. Auf Streife in Richtung Luxemburg ging es dann mit einem Bus. Schon nach zwei Minuten kam der erste Einsatz: Kurz hinter dem Autobahndreieck Moseltal war ein ungarischer LKW liegen geblieben, und Polizeioberkommissar Peter Henning kümmerte sich um den Fall. Funkkontakt mit einem Einsatzwagen
"Soll ich mitgehen?", fragte die mutige Hilfspolizistin, doch Henning entgegnete ihr: "Hm, sehr gefährlich!". Also blieb Luisa im Wagen, während die Stelle gesichert wurde. Was aber nicht heißt, dass Luisa nicht auch selbst tätig werden durfte: Bei der späteren Besichtigung des Polizeipräsidiums in Trier durfte sie mit sichtlichem Vergnügen an einen Einsatzwagen funken. "Hallo, wie geht es euch?", fragte Luisa, und erhielt auch prompt eine Antwort. Auch bei der Rückfahrt nach Schweich meldeten sich wieder die Kollegen aus Trier: "Wenn du mal Hilfe brauchst, Luisa, dann rufst du mit dem Telefon die 110 an." Diesen Rat merkten sich das Mädchen und sein Bruder. Die Autofahrt und das Sitzen auf dem Motorrad hätten ihr am besten gefallen, sagte Luisa und meinte: "Vielleicht gehe ich auch mal zur Polizei."