Dezernentin klagt: Trierer Stadtbus-Projekte kommen mangels Zuschüssen nicht ins Rollen
Trier · Viele der 20 000 Menschen, die täglich per Stadtbus in Trier unterwegs sind, könnten schneller oder pünktlicher ans Ziel kommen, wenn die städtischen Pläne zur Busbeschleunigung Realität würden. Doch die Umsetzung lässt auf sich warten - vor allem "mangels Förderung durchs Land", wie Dezernentin Kaes-Torchiani in der Sitzung des Baudezernatsausschusses erklärte.
Die City steckt für Stadtbusfahrer und ihre Passagiere voller Tücken. Auf dem gerade mal 800 Meter langen Weg von der Stresemannstraße (Haltestelle Karl-Marx-Haus) zur Porta Nigra muss ein Bus im schlechtesten Fall an vier Ampeln warten. Das bedeutet Zeitverlust und für einzelne Fahrgäste das Verpassen eines Busses, in den sie umsteigen wollen. Das zu ändern, ist schon seit geraumer Zeit das Ziel der Stadtwerke als Träger des Busverkehrs und der Stadtverwaltung, die für die Rahmenbedingungen zuständig ist.
Beispiel Metzelstraße/Nikolaus-Koch-Platz. Die Idee, dort eine gemeinsame Trasse für Busse in beide Fahrtrichtungen zu bauen (statt wie bisher ausschließlich für Busse Richtung Viehmarkt) ist mittlerweile fast zehn Jahre alt. Und auch in den kommenden drei Jahren dürfte sie nicht Realität werden. Baudezernentin Simone Kaes-Torchiani erklärte in der Sitzung des Bauausschusses, die Ausbauplanungen würden 2015 beginnen.
Anlass war eine Anfrage der Grünen zum aktuellen Stand der Busbeschleunigung. Eine rhetorische Frage, denn in letzter Zeit hat sich nicht allzu viel getan, was nach Meinung der Dezernentin in erster Linie "an mangelnder Förderung durch das Land" liegt: Ohne Zuschussbewilligung kein Bau.
Deshalb sei auch der Ausbau der Hindenburgstraße mit Schaffung von Busspuren und barrierefreien Haltestellen (geschätzte Gesamtkosten: 1,8 Millionen Euro) kein aktuelles Thema. Geplant werde 2015/16, ob aber ab 2017 tatsächlich gebaut werde, sei "abhängig von der Bewilligung unserer Zuschussanträge".
In greifbarer Nähe hingegen erscheint die Umsetzung eines wichtigen Projekts zur Verbesserung der Busverbindung zwischen Talstadt und Universität. Zum neuen Knotenpunkt Gustav-Heinemann-Straße solle der Stadtrat noch 2014 den Baubeschluss fassen. "Direkt anschließend stellen wir den Zuwendungsantrag", kündigte die Dezernentin an.
Spätestens im kommenden Jahr will die Stadt das Nadelöhr Kaiser-Wilhelm-Brücke für den Busverkehr schneller passierbar machen. Vorgesehen sind Ampelschaltungen, die Bussen Vorrang gewähren, aber auch der barrierefreie Ausbau von Haltestellen.
Allerdings. so ließ Simone Kaes-Torchiani durchblicken, könne auch der Mangel an Personalressourcen im Baudezernat zu Verzögerungen etwa beim Abfragen von Angeboten und Erteilung von Planungsaufträgen führen.