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Dickes Lob aus Berlin für fortschrittliches Trier

Dickes Lob aus Berlin für fortschrittliches Trier

Die Bundesregierung gibt die Marschroute vor: Bis 2020 sollen eine Million Elektroautos auf deutschen Straßen unterwegs sein. Trier ist in Sachen Elekroautos bereits sehr fortgeschritten, und erhält dafür einen hochdotierten Förderbescheid.

Trier. Die Stadtwerke Trier planen aktuell die Anschaffung von drei Elektrobussen im Gesamtwert von etwa 1,7 Millionen Euro. Dafür erhält die Stadt eine Förderung über 400 000 Euro vom Bund.
Damit in Zukunft noch mehr auf kommunaler Ebene geschieht, überreicht Jessica Becker, stellvertretende Leiterin Kommunikation bei der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW), Oberbürgermeister Wolfram Leibe ein Starterset im IHK-Tagungszentrum.

Darin enthalten: Viele Statistiken und Hintergrundinformationen zum Thema Elektromobilität. Leibe nimmt das Set entgegen und kontert: "Wir brauchen eigentlich kein Starterset sondern ein Profiset." Trier sei bei dem Thema schon ziemlich weit. Gegen weitere Förderbescheide würde er sich in Zukunft aber nicht wehren.

Wie der Wechsel von fossilen Brennstoffen auf die klimafreundlicheren Elektroautos gelingen kann, haben zahlreiche Experten bei der zweiten Trierer Werkstatt Elektromobilität der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier diskutiert.

IHK-Hauptgeschäftsführer Jan Glockauer ist sich sicher: "Elektromobilität kann sich nur durchsetzen, wenn sie für den Nutzer attraktiv ist." Dazu zählt für ihn vor allem die Reichweite, wo Glockauer noch Nachholbedarf sieht.
Professor Hartmut Zoppke, Hochschule Trier, sagt: "Autos sind schon lange keine reinen Transportmittel mehr." Gemessen an der eingesetzten Energie werde nur ein geringer Teil zur Fortbewegung des Menschen genutzt. Der Großteil der Energie werde allein dafür benötigt, um das Auto an sich zu bewegen. Mit seinen Studenten entwickelt Zoppke zurzeit ein E-Auto, das genau dieser Entwicklung entgegenwirken soll.

Das Ziel: Das Auto soll 100 Kilometer weit fahren können, eine Höchstgeschwindigkeit von 100 Stundenkilometern erreichen, nur 550 Kilogramm schwer sein und höchstens 15 000 Euro kosten.Umrüstung von Diesel-LKW


Dass Elektromobilität auch bei schwerem Gerät funktioniert, zeigt die Firma Orthen Elektrik-Trucks aus Bernkastel-Kues. Geschäftsführer Robert E. Orthen hat sich auf die Umrüstung klassischer Diesel-LKW spezialisiert. Zurzeit gebe es noch keinen rein elektrisch betriebenen 7,5-Tonnen-Lastwagen serienmäßig zu kaufen. Dort setzt Orthen an: "Hohe Wartungskosten und Verschleißteile entfallen und sie können zusätzlich günstig Strom tanken." Für die Stadt Trier gab es besonderes Lob aus Berlin. "Wir finden es eine große Leistung, wie Trier sich auf dem Gebiet der Elektromobilität engagiert", sagt Jessica Becker. red