Die Antwort der Trierer Narren auf der ATK-Gala 2019 ist Liebe

ATK-Gala : Die Antwort der Trierer Narren ist Liebe (Bilder/Video)

So bunt war die ATK-Gala

Die neuen Herrscher Prinz Pierrot I. und Prinzessin Marie-Claire I. setzen dem Hass in der Welt auf der ATK-Gala ihre eigene Agenda entgegen. Moderator Johannes B. Kerner wird geehrt und überrascht mit einer Ankündigung.

Im Jahr 2019 nach Christi Geburt greift der Hass in Europa und der Welt um sich. In einem fernen Land wollen sie eine Mauer zwischen sich und ihre Nachbarn setzen, auf einer Insel im Norden verführen Machthabende das Volk, so dass es sich von seinen europäischen Nachbarn abspalten will.

Doch damit ist jetzt Schluss. Denn seit Samstagabend ist Trier die Karnevalshauptstadt Europas. Und mit den neuen Herrschern der Stadt, Prinz Pierrot I. von Luxair-Tours (Bürgerlich: Pierrot Klein) und seiner Gemahlin Prinzessin Marie-Claire I. vom Kylltal-Reisebüro (Marie-Claire Klein), regiert nun die Liebe. Als gebürtige Luxemburger bei der Karnevalsgesellschaft (KG) Süd haben die beiden schon Grenzen überwunden.

In einem Lied versprechen sie den Gästen der ATK-Gala in der Europahalle mit ihrem sympathischen Luxemburger Akzent: „Es gibt keine Grenzen, die wir nicht öffnen können!“ Der Prinz nutzt seine Antrittsrede, um seiner Gemahlin seine Liebe zu erklären. Die Prinzessin erwidert das – und erklärt dem Publikum lautstark ihre Liebe. Um es kurz zu machen: Trier kann sich auf ein emotionales Jahr einstellen, in dem alle wieder mehr zueinander finden.

Aber es soll ja nicht nur um Politik gehen an diesem Abend. Die 24 Tänzerinnen der Goldenen Kooben erzählen tänzerisch die Geschichte des Hutmachers aus der Geschichte „Alice im Wunderland“. Genauso wie bei der Schautanzgruppe Chaosteam und bei Mariechen-Medley der zehn Solistinnen unterschiedlicher Vereine sitzt jeder Schritt. Die athletisch wohl anspruchsvollste Show legt die Stadtgarde Augusta Treverorum hin. Hoch über den Köpfen der Gruppe wirbeln zwei Tänzerinnen gleichzeitig in die Luft. Die jüngsten Tänzerinnen kommen von der Kindergarde Trier-Süd. Die Vier- bis Neunjährigen sorgen mit ihrer Wendigkeit für Staunen im Publikum.

Zwischen den gut 800 Gästen lachen und schunkeln Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD), Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD), Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) und andere Politiker. Zwischen ihnen wartet der Fernsehmoderator Johannes B. Kerner auf seinen Auftritt als Preisträger der Kaiser-Augustus-Ordens 2019. Das weiß das Publikum bereits. Was es noch nicht weiß: Er wird am Ende eine Überraschung für zwei Trierer Vereine mitbringen.

Das neue Prinzenpaar der Arbeitsgemeinschaft Trierer Karneval (ATK), Prinz Pierrot I. und Prinzessin Marie-Claire I., macht Trier zur Karnevalshauptstadt Europas und verbreitet Glücksgefühle. Foto: Hans Krämer

Und was nicht einmal ATK-Präsident Andreas Peters weiß: Er wird nun mit der zweithöchsten Karnevalsehrung ausgezeichnet, die man in Deutschland bekommen kann. Präsident Klaus-Ludwig Fess vom Bund Deutscher Karneval (BDK) betritt die Bühne und ehrt Peters für sein außergewöhnliches Engagement im Karneval. Er hängt ihm den BDK-Verdienstorden in Gold um. Der sichtlich überraschte und gerührte Peters droht seinem Präsidium scherzhaft: „Ihr wisst: Ich hasse Überraschungen. Darüber reden wir später noch einmal!“

Der Sänger der Bitburger Band Kamelle Kapelle steigt während seiner Show von der Bühne und springt auf den Tisch, an dem Johannes B. Kerner sitzt. Dort singt er „Nie mih Fastelovend ohne dich“ (nie mehr Karneval ohne dich). Ihre Liebe zur Stadt Trier besingen der Heuschreck-Chor („Wer in dieser Stadt nicht leben kann ist selber schuld daran“), die Leiendecker Bloas („Wir sind die Treverer“) und die Band Steilflug („Wenn jemand fragt, wo kommst du her / sag’ ich stolz: aus Trier“). Doch Steilflug kann auch ernst. Sänger Chris Steil erinnert an den kürzlich gestorbenen Markus Ziegelmayer, der als Mitglied des erweiterten Präsidiums wichtige Teile der Gala mitorganisiert hat. „Er sieht jetzt von oben zu“, sagt Steil. Das Publikum sendet einen hallenden Applaus nach oben.

Und dann ist Johannes B. Kerner dran. In ihrer Laudatio zeichnet Katarina Barley das Bild eines Menschen, der sich beständig für andere einsetzt. Er engagiert sich unter anderem in der Deutschen Sporthilfe und bei der Aktion Ein Herz für Kinder für Kinder und Jugendliche im Sport. Der Kaiser-Augustus-Orden, den er verliehen bekommt, ist jedes Jahr mit 5555,55 Euro dotiert, die der Preisträger an einen wohltätigen Zweck spendet.

Die Stadtgarde beeindruckt mit ihren Choreographien. Foto: Hans Krämer
Gesungen wird auch auf dem Tisch von Johannes B. Kerner. Foto: Hans Krämer

Doch Kerner hat aber ein Problem, wie er sagt: Er kann sich nicht zwischen drei Vereinen entscheiden, die wichtige Arbeit leisteten. Also spendet er das Preisgeld an die Rollstuhlbasketballer der RSC-Rollis Trier – und spendet den Trierer Vereinen Nestwärme und Förderverein Krebskranker Kinder jeweils dieselbe Summe. Die drei Vereine können sich sogar über noch mehr Unterstützung freuen. Denn die Volksbank Trier und Katarina Barley legen jeweils 1111 Euro drauf, sodass jeder Verein rund 7777 Euro bekommt.

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