Die Armut wächst weiter

Das Diakonische Werk der evangelischen Kirchenkreise Trier und Simmern-Trarbach gGmbH hat kürzlich seinen Jahresbericht herausgegeben. Geschäftsführer Bernd Baumgarten zieht für die Diakonie ein positives Fazit, die gesellschaftliche Wirklichkeit schätzt er problematisch ein.

Trier. (red) "Als evangelischer Sozialverband leisten wir Einzelfall-Hilfe", beginnt Bernd Baumgarten seinen Jahresbericht. "Das heißt, wir helfen den Notleidenden sofort und konkret. In diesem Sinne ist auch unser Motto ,Diakonie hilft' zu verstehen", erklärt der Geschäftsführer weiter. Nachfrage ist sehr stark

Die Nachfrage sei bei den klassischen Arbeitsgebieten des Diakonischen Werks wie Sucht- und Schuldner-Beratung, allgemeine soziale Hilfeleistung, Schwangerenberatung sowie Beratung von Migranten sehr stark gewesen. Bedenklich sei unter anderem die enorm hohe Zahl der Suchtkranken. "Erschreckend ist auch, dass immer mehr Jugendliche exzessiv Alkohol und andere Drogen konsumieren", heißt es im Bericht.Eine ähnliche Tendenz sei in der Schuldnerberatung zu erkennen. Auch hier sei die Zahl der Überschuldeten stark gestiegen, vor allem Kinder, Alleinerziehende und alte Menschen leiden unter den Folgen von Armut. Hier sei es Aufgabe des Diakonischen Werks, sein sozialanwaltliches Wächteramt wahrzunehmen: "Wir fordern die zuständigen Politiker und die Bundesregierung auf, endlich die politischen Weichen zu stellen, dass die Armuts-/Reichtums-Schere nicht weiter auseinanderklafft", sagt Baumgarten. Ein besonderer Dank gelte allen, die die Arbeit des Diakonischen Werks finanziell und auch Ehrenamtlich unterstützen: "Ohne die große Zahl der Ehrenamtlichen könnten wir viele Aufgaben nur im kleineren Maße umsetzen", erklärt der Geschäftsführer. Viele Spender hätten ihr Herz und ihr Portemonnaie geöffnet. Dank dieser Spenden sei mittlerweile Land für ein Frauenhaus in Peja im Kosovo gekauft worden, berichtete er im Rahmen des Jahresberichts.Die Diakonie ist mit ihren vielfältigen Angeboten an folgenden Standorten vertreten: Trier, Wittlich, Daun, Thalfang, Kirchberg, Traben-Trarbach-Wolf und Simmern. Sie führt dort Schwangeren-, Schuldner-, Sucht, Ehe-, Familien- und Lebensberatung durch. Die Arbeit der Betreuungsvereine, Führerscheinkurse und der allgemeinen sozialen Beratung kommen hinzu. Zuflucht-Station für Flüchtlinge

Im Bereich der Flüchtlingsarbeit bietet das Diakonische Werk psychosoziale Beratung und Therapie von traumatisierten Flüchtlingen und Migranten an. Die Flüchtlings- und Migrationsberatung ist angesiedelt auf dem Gelände der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (EAE) in Trier. Im Rathaus in Kirchberg gibt es zudem eine Stelle des Jugendmigrationsdienstes. Den Jahresbericht und weitere Informationen zu den Angeboten des Diakonischen Werks gibt es im Internet unter: www.diakoniehilft.de.