Die Autostadt wächst

So viele Autohändler auf einem Fleck wie in Bitburg sucht man dem Gewerbeverein zufolge im Umkreis von 200 Kilometern vergebens. Nun festigt ein weiteres Autohaus den Ruf der "Bier-" als "Autostadt": "Auf Merlick" investiert das Autohaus Schaal zwei Millionen Euro.

Bitburg. (kah) Ein frischer Wind pfeift "Auf Merlick". Im wörtlichen Sinne, denn das Gewerbegebiet ist auf einer grünen Wiese gewachsen, die dem Wind noch diese Freiheit lässt. Und im übertragenen Sinne, denn schon wieder wird dort gebaut.

Das Autohaus Schaal investiert derzeit zwei Millionen Euro in den Bau eines eigenen Präsentations-Hauses für die Marke Mini mit Waschstraße und Werkstatt.

Insgesamt 15 neue Arbeitsplätze würden dadurch geschaffen, erläutert Edgar Bujara, Vorsitzender des Bitburger Gewerbevereins und Geschäftsführer des Autohauses Schaal.

Das neue Gebäude wird sich, wenn es Anfang 2009 fertig ist, in eine große Zahl von Autohäusern einreihen, die passenderweise vor allem in Otto-, Diesel- und Daimlerstraße entstanden sind.

Es ist ein weiterer Mosaikstein, der die Stellung Bitburgs als "Autostadt" festigt. 40 Autohändler zähle die Stadt inzwischen, davon 23 Vertragshändler, sagt Bujara. Dies seien viel mehr als in Trier. Die Kunden kämen aus dem Süden Nordrhein-Westfalens, dem Saarland, Luxemburg, Ostbelgien. Und jedes weitere Autohaus locke weitere Kunden an.

"Wir haben bewusst vor wenigen Jahren das Flächenmanagement so ausgerichtet, dass sich Auf Merlick bestimmte Produktbereiche konzentrieren", sagt Joachim Streit, Bürgermeister der Stadt Bitburg. Offensichtlich mit Erfolg. Denn fast alle Autohändler der Stadt sind inzwischen dorthin umgezogen. Zum einen war das Bauland auf Merlick mit 19 Mark je Quadratmeter günstig. Zum anderen konnten die Händler, die aus der Saar- oder der Mötscher-Straße kamen, ihre Grundstücke gewinnbringend an den Einzelhandel verkaufen. Und zum dritten hatte der Vorreiter, das Autohaus Tix, dort mit seinem Konzept der großen Ausstellungsfläche bereits Erfolg. "So war die Bi(t)-Polarität des großflächigen Einzelhandels geboren", sagt Streit. Das war vor etwa zehn Jahren. Vor fünf Jahren bekam das Kind dann auch einen Namen: Seitdem ist Bitburg nämlich nicht mehr nur "Bier"-, sondern auch "Autostadt".