Die Bahn lenkt ein: Neue Schranke für Trier-West

Die Bahn lenkt ein: Neue Schranke für Trier-West

Die Bahn gibt nach. Nachdem es vor einigen Tagen noch hieß „Dieses Thema ist für uns erledigt“, kündigt der Konzern jetzt die komplette Sanierung der immer wieder defekten Bahnschranke in Trier-West an.


Sie schließt sich und geht nicht mehr auf: Die Bahnschranke in der Kölner Straße war in diesem Jahr bereits zehn Mal defekt. Vier dieser Defekte ließen den nachmittäglichen Berufsverkehr auf der Hauptachse im Westen erstarren.
Der Zorn zahlloser Autofahrer und Anwohner war enorm und ist es immer noch - vor allem, seitdem die Deutsche Bahn AG in Gestalt ihrer Sprecherin Regina Marusczyk eine Anfrage des TV, was der Konzern denn nun zu unternehmen gedenke, mit dem Satz "Dieses Thema ist für uns erledigt" beantwortete (der TV berichtete am 22. Juli).

Doch offenbar hat die Bahn sich die Lage anders überlegt. Ein Sprecher des für Rheinland-Pfalz, Hessen und das Saarland zuständigen Regionalbüros in Frankfurt bestätigt am Montag auf erneute Nachfrage des TV, dass das Motto "Thema erledigt" nicht mehr gilt.

"Die komplette Technik der Schrankenanlage wird erneuert", kündigt Sprecher Thomas Bischof an. Die Bahn will die komplette Antriebstechnik und die Verkabelung austauschen. "Die Kosten liegen bei 100?000 Euro", sagt Bischof. Bis "spätestens November" soll die Sanierung erledigt sein.

Das ist zweifellos eine gute Nachricht. Dennoch stellt sich die Frage, warum die Bahn ihre Ansicht derart ruckartig geändert hat - von "Das ist uns doch egal" zu "Jetzt packen wir es an". Der TV fragt Thomas Bischof.
"Die Schranke war in der Tat mehrfach defekt", räumt der Sprecher der Bahn ein. "Diese Defekte waren alle unterschiedlicher Natur. Es war nicht ein- und derselbe Fehler, der immer wieder auftritt."

Die Bahn hat diese Defekte reparieren lassen, aber was hat sie abgesehen von der reinen Symptombekämpfung getan, um das Problem zu beheben? Bischof: "Wir haben die Inspektionsintervalle halbiert." Das heißt: Statt nur alle sechs Monate wurde die Schranke alle drei Monate überprüft. Da die Defekte erst seit drei Monaten massiv auftreten, bedeutet das rein rechnerisch eine Inspektion mehr als ohnehin geplant. Diese Inspektion habe eine problemlos funktionierende Schranke gezeigt - diese Aussage Bischofs stimmt grob überein mit früheren Angaben seiner Kollegin Regina Marusczyk, die zwar nicht von einer zusätzlichen Inspektion, aber dafür von "Untersuchungen unserer Fachleute" gesprochen hatte.

Doch obwohl die Bahn zunächst auf die - im Moment - funktionierende Schranke verwiesen und jede weitere Aktion abgelehnt hatte, hat sie ihre Ansicht geändert. Bischof: "Es kann nicht in unserem Interesse sein, immer wieder Tausende Menschen massiv zu verärgern."

Horst Erasmy, Ortsvorsteher von Trier-West/Pallien, erfährt die gute Nachricht vom TV. "Das wird aber auch Zeit", sagt er. "Der Ortsbeirat und ich hätten uns diese Situation nicht mehr viel länger mit angesehen."

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