1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Die Beleuchtung auf dem Trierer Hauptmarkt kommt später

Die Beleuchtung auf dem Trierer Hauptmarkt kommt später

Die neue öffentliche Beleuchtung für den Hauptmarkt kommt nun doch erst nach dem Altstadtfest. Die Verspätung hat eine interessante Vorgeschichte, in der Bodenmarkierungen eine zentrale Rolle spielen.

"Mehr Licht bis zum Altstadtfest" titelte der TV in seiner Ausgabe vom 20. April. Anlass: Eine Versammlung für Eigentümer von Immobilien am Hauptmarkt, bei der die Stadtwerke (SWT) ihr Vorhaben zur Kompletterneuerung der Straßenbeleuchtung vorstellten. Der Hauptmarkt spielt darin eine zentrale Rolle. Denn dort ist die öffentliche Beleuchtung minimal. Sie besteht aus drei mehr als 30 Jahre alten Laternen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. Mehr Licht kommt bislang im wesentlichen aus den Schaufenstern der umliegenden Läden und vom illuminierten Turm der Gangolfkirche. SWT-Projektleiter Christian Rauen kündigte eine vergleichsweise strahlende Zukunft an. 14 je fünf Meter hohe Stelen mit energieeffizienten und steuerbaren LED-Leuchten werden das Altlaternen-Trio ersetzen. Aufbau und Inbetriebnahme sollen bis zum Altstadtfest (23. bis 25. Juni) erfolgen. Heißt im Umkehrschluss: Jetzt müsste gebaut werden. Tut es aber nicht.

Auf TV-Nachfrage bei den Stadtwerken, warum keine Bauarbeiten laufen, führt deren Pressesprecher Carsten Grasmück "Detailabstimmungen mit den Gewerbetreibenden vor Ort" ins Feld. Diese Gespräche hätten im Ergebnis zu einer abschließenden Festlegung der Standorte für die Leuchtstelen geführt. Aber auch einige Zeit in Anspruch genommen.

Die Nachfrage bei besagten Gewerbetreibenden bestätigt die Aussage, zeigt aber auch, dass es eine Vorgeschichte zu den Abstimmungen gegeben hat. Im Winter hatten die SWT gemeinsam mit städtischen Ämtern bereits Standorte ausgeguckt und mit weißen Kreuzen auf dem Boden markiert. Der Haken an den auserkorenen Positionen offenbarte sich erst so richtig, als die Terrassen-Saison begann: Fünf der 14 Stelen würden im Weg stehen - entweder fest installierbaren Sonnenschirmen, die sich nicht mehr öffnen ließen, oder Rollstühlen und Kinderwagen.

Die Gastronomen reagierten. Andreas Jungbluth (44), Geschäftsführer des Cafe-Restaurant Zur Steipe, schrieb - auch im Namen anderer betroffener Anrainer-Betriebe - an die Stadt und kritisierte die "mangelnde Absprache". Beate Lheritier (60), Inhaberin des Casa del Caffé, ergriff die Gelegenheit beim Schopf, als sie OB Wolfram Leibe auf dem Hauptmarkt erspähte: "Ich habe ihm die Situation geschildert, und er hat versprochen, sich zu kümmern." Drei Tage später sei Leibe mit SWT-Vorstand Arndt Müller vorbeigekommen, um sich das Ganze genauer anzuschauen. Resultat: die "Detailabstimmungen mit den Gewebetreibenden vor Ort" und die "abschließende Festlegung der Standorte". Die weichen nun zum Teil um einige Meter von den ursprünglich vorgesehenen Positionen ab.
Jungbluth spricht von einem "diplomatischen Kompromiss, mit dem alle Seiten leben" könnten. Und Beate Lheritier ist voll des Lobes: "Großer Respekt für die spontane und unbürokratische Hilfe des Oberbürgermeisters. So stelle ich mir bürger- und steuerzahlernahe Stadtverwaltung vor."

Bis nach dem Altstadtfest bleibt alles beim Alten. SWT-Sprecher Grasmück kündigt an, die Erneuerung der Beleuchtungsinfrastruktur werde voraussichtlich Anfang Juli starten. Demnach dürfte der Hauptmarkt ab Mitte/Ende August in neuem Licht erstrahlen.