Die Bilanz kann sich sehen lassen

Die Bilanz kann sich sehen lassen

"Die Bilanz kann sich sehen lassen!" Jürgen Dillmann, Geschäftsführer bei der Agentur für Arbeit Trier, zieht ein positives Resümee über den Arbeitsmarkt im Hauptbereich Trier. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote fiel um einen Prozentpunkt von 7,6 auf 6,6 Prozent.

Trier. Im vergangenen Jahr hat sich die Situation am Arbeitsmarkt im Hauptbereich Trier deutlich verbessert. Im Durchschnitt waren 3280 Menschen in Trier arbeitslos, das sind gut 200 Menschen weniger als noch 2007.

"Die Gewinner dieser positiven Entwicklung waren vor allem junge Menschen unter 25 Jahren und ältere Menschen über 50 Jahre", erklärt Jürgen Dillmann. Zum Einzugsgebiet des Hauptamtes Trier gehören neben der Stadt auch die Verbandsgemeinden Trier-Land, Ruwer und Schweich.

Vor allen Dingen die für SGB-II-Bezieher (Arbeitslosengeld II-Bezieher) zuständige Arge Trier ist mit dem abgelaufenen Jahr sehr zufrieden. "Wir haben im Durchschnitt 4,4 Prozent weniger Arbeitslose bei uns registriert. Bei den Bedarfsgemeinschaften haben wir ein Minus von drei Prozent", sagt Marita Wallrich, Geschäftsführerin der Arge Trier.

In schwierigen Zeiten qualifizieren



Der Chef der Agentur für Arbeit, Wolfram Leibe, hofft, dass sich gerade die Stadt Trier in schwierigen Zeiten "robust am Markt behaupten kann". Bei den Erwerbstätigen zeigt sich im Bereich der Stadt ein deutliches Plus bei den Dienstleistungsberufen. Von den rund 50 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Stadt arbeiten knapp 40 000 im Dienstleistungssektor, etwa im Handel, im Gesundheitswesen oder der Gastronomie. "Nur" rund 10 550 sind im verarbeitenden Gewerbe tätig. "Was auf der einen Seite für die Stadt ein Nachteil ist, weil die Gewerbesteuern nicht so üppig sprudeln, könnte in der Krise ein Vorteil sein", meint Leibe. Denn zunächst trifft die Wirtschaftskrise das verarbeitende Gewerbe, in erster Linie Auto- und Autozulieferbetriebe und Unternehmen mit hohem Export-Anteil.

Sowohl bei der Arbeitsagentur wie auch bei der Arge sehen sich die Verantwortlichen auf die Herausforderungen vorbereitet.

Der Fokus liegt dabei auf der Qualifikation. 2008 konnte die Arge Trier schon im Oktober mit 1360 Integrationen den Wert des gesamten Vorjahres erreichen. Und auch hier soll 2009 ein Schwerpunkt liegen.

Hohe Zahl an Zeitarbeitern in Trier



Gerade in der Stadt Trier könnte ein Anstieg der Arbeitslosen den Bereich der Arbeitslosengeld-II-Empfänger härter treffen als in den Landkreisen. Mit rund 2,6 Prozent Anteil am Bereich der Beschäftigten ist die Anteil der Zeitarbeiter in Trier doppelt so hoch wie im Umland.

"Bisher haben wir noch keine Kündigungswelle bei den Zeitarbeitsfirmen in der Region erlebt. Doch hält die Krise an, werden wir hier zuerst Entlassungen spüren", sagt Agentur-Chef Leibe.