Die Bruchbude neben der Porta

Die Bruchbude neben der Porta

TRIER. (rm.) Das historische Foto für die heutige Ausgabe hat das Städtische Amt für Denkmalpflege zur Verfügung gestellt. Es zeigt das Simeonstift, wie es heute niemand mehr aus eigenem Erleben kennt.

Es hätte nicht viel gefehlt, und das altehrwürdige Simeonstift wäre heute nur noch Geschichte. Schon Napoleon war der um 1040 errichtete Anbau an die von Erzbischof Poppo zur Kirche umfunktionierte Porta Nigra ein Dorn im Auge. Der Franzosenkaiser verfügte bei seinem Trier-Besuch im Oktober 1804 die Freilegung und Auskernung des Römerbaus, den er für ein Werk der Gallier hielt. Auch das vierflügelige Simeonstift sollte von der Bildfläche verschwinden, überdauerte aber, wie die Apsis am Porta-Ostturm, das Ende von Napoleons Herrschaft.Retter Kutzbach

Ein Jahrhundert später zeigte sich die Stadt sehr ungnädig gegenüber ihrem mittelalterlichen Erbstück. Erneut stand ein Abriss des inzwischen verschandelten, verwahrlosten und teilweise als Armen-Behausung dienenden Komplexes zur Debatte. Noch 1930 forderte die Presse, endlich die Porta Nigra nach dem Vorbild des Pariser Arc de Triomphe freizustellen. Die Rettung des Simeonstifts ist eines der großen Verdienste von Friedrich Kutzbach (1873 bis 1942). Triers erster Stadtkonservator überzeugte mit Unterstützung seines Helfers Carl Delhougne die Stadtväter mit den Ergebnissen ihrer systematischen Forschungsarbeit. Das Simeonstift ist auf deutschem Boden das älteste Stiftsgebäude mit zweigeschossigem Kreuzgang und ein romanisches Baudenkmal ersten Ranges. Kutzbachs Erfolg: 1936 begannen die Sanierungs- und Instandsetzungsarbeiten. Seit der Nachkriegszeit beherbergt das Simeonstift das Städtische Museum. Auf Abriss-Ideen kommt heute niemand mehr. Im Gegenteil: Das Simeonstift wird seit gut einem Jahr umfassend runderneuert und hat einen neuen Anbau auf dem Simeonstiftplatz erhalten, der 2007 einen Teil des Konstantin-Landesausstellung beherbergen wird. Wenn auch Sie ein historisches Foto besitzen, im TV veröffentlichen wollen und dazu eine Geschichte erzählen können, dann senden Sie beides unter dem Stichwort "Historische Fotos" mit Namen, Adresse und Telefonnummer für etwaige Rückfragen an die E-Mail-Adresse trier@volksfreund.de Wichtig für eine rasche Veröffentlichung ist, dass Ihre Geschichte knapp formuliert ist (etwa 60 Druckzeilen à 30 Anschläge). Das (gescannte) Foto sollte von hinreichender Qualität sein. Die Lokalredaktion freut sich auf Ihre persönliche(n) Geschichte(n).

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