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Die coolen Gangster aus Trier: Standing Ovations bei Film-Premiere von "City Royale - Wei is pillo!" (Video/Liveblog)

Die coolen Gangster aus Trier: Standing Ovations bei Film-Premiere von "City Royale - Wei is pillo!" (Video/Liveblog)

4000 Zuschauer feiern die Premiere der Krimiparodie "City Royale" in der Arena. Der 2010 mit "Freck langsam" gestartete Kult geht weiter - größer, schärfer und besser. Und er kommt ab 4. Oktober in die beiden Trierer Kinos.

Blitzlichtgewitter auf dem roten Teppich. Schöne Frauen in langen Kleidern, jubelnde Fans, Kameramänner und Fotografen. Über all dem eine Atmosphäre enormer Vorfreude, Aufregung und hoher Erwartung. Nein, das ist nicht der Hollywood Boulevard in Los Angeles, sondern die Arena in Trier-Nord.

Doch auch Hollywood könnte diese Story nicht besser erzählen als Trier. Zwei Berufsfeuerwehrmänner kommen auf die Idee, für ihre Weihnachtsfeier aus purem Jux einen Film zu drehen. Doch das Projekt schlägt ein wie eine Granate, schon der erste Clip auf Youtube verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Das Endergebnis ist "Freck langsam", ein Hobby-Film begeisterter Mundartenthusiasten, der vor fast genau sieben Jahren in der Europahalle Premiere hatte und heute längst Kult ist. Seine beiden Macher wurden, das ist kein bisschen übertrieben, zu Stars.

Und jetzt schlagen Drehbuchautor Jürgen Becker und Regisseur Michael Schu zum zweiten Mal zu - mit "City Royale". Als die beiden hauptberuflichen Brandbekämpfer am Samstagabend den Innenraum der Arena betreten, erheben sich Tausende von ihren Plätzen und applaudieren stürmisch, viele jubeln sogar.
Der immer sehr ruhig und bescheiden auftretende Schu scheint überwältigt von dieser Woge der Begeisterung, und auch der extrovertiertere Becker muss schwer schlucken. Dieser Moment gehört ihnen. Die verdiente Belohnung für mehr als 600 Drehstunden mit 200 Darstellern parallel zu den Schichten bei der Feuerwehr und den Pflichten junger Familienväter.

Wie auch schon "Freck langsam" ist "City Royale" ein Klamauk, eine Actionkomödie in Trierer Mundart. Aber von einem Hobbyfilm aus Jux kann hier keine Rede mehr sein. Bildqualität, Schnitt, Ausstattung und vor allem Humor - in all diesen Punkten ist "City Royale" das Werk von Experten. Regisseur und Kameramann Schu glaubt an Nahaufnahmen, deshalb sieht man die Gesichter hochauflösend im Großformat. Dirk Bares als Oberschurken. Harry Feider, Marco Landsch und Thomas Biewer als coole Gangster aus Trier. Jürgen Becker spielt selbst mit und gibt den Clown als trotteliger Computernerd. Dazwischen immer wieder schnelle Autos und schöne Frauen.
Guildo Horn hat einen kurzen Gastauftritt, der - ohne spoilern zu wollen - ruckartig endet. Helmut Leiendecker ist ebenfalls zu sehen und kommentiert ein zentrales Element - den getürkten Boxkampf in der "City Hall Trier".

Die Premiere endet so, wie sie begonnen hat. Mit minutenlangem explosiven Beifall und lautem Jubel. "Ich kann gerade gar nichts groß sagen, ich bin völlig fertig", sagt Jürgen Becker. Auch Michael Schu muss um Worte kämpfen. "Wir haben natürlich aus ,Freck langsam' viel gelernt", sagt er. "Ich bin wirklich unglaublich froh, dass den Leuten der Film so gut gefällt."
Der Blick ins Publikum zeigt strahlende Gesichter. Unternehmer, Gastronomen, Kommunalpolitiker, Szenegrößen - sie alle sind da und jubeln mit. Manche unter ihnen haben dem Filmteam Requisiten, Fahrzeuge oder Drehorte kostenlos zur Verfügung gestellt. So wurde "City Royale" wie auch bereits "Freck langsam" zu einem Film aus Trier von Trier über Trier.

Da stellt sich nur noch eine Frage: Wann kommt der nächste Film? Die beiden Macher schütteln unisono die Köpfe. Jetzt wird erst einmal gefeiert. Völlig zu Recht.
Mehrere Videos vom Abend der Premiere, Eindrücke vom roten Teppich und Gänsehautmomente aus dem Innenraum finden Sie auf
www.volksfreund.de/extra KommentarMeinung

Auszeichnungen für die Stadt Trier
Vor zwei Wochen hatte das Musical "Sunset Boulevard" in der Tufa Premiere - ein unglaublich starkes Stück mit hochtalentierten Laien, die aus purer Begeisterung größtenteils ohne Gage singen und spielen. Jetzt kommt "City Royale". Der Film von Michael Schu und Jürgen Becker ist ebenfalls ein Projekt mit Laiendarstellern, die eine wahnsinnige Spielfreude und Energie zeigen. Zwei sehr unterschiedliche Formen der Kultur, die aber eines gemeinsam haben: Sie sind großartige Auszeichnungen für die Stadt Trier und klare Beweise, was in dieser Stadt unter schwierigsten und härtesten Bedingungen möglich ist. Die Macher des Musicals und des Films haben ein absolut vorrangiges Ziel. Sie wollen möglichst viele Menschen erreichen und begeistern. Dieses Ziel habe sie bereits jetzt erreicht, und jeder Zuschauer darf es als Privileg betrachten, dabei zu sein. j.pistorius@volksfreund.deExtra: "CITY ROYALE" STARTET AM 4. OKTOBER

Film ab: 4000 Fans sehen die Premiere von „City Royale“ am Samstagabend in der Arena Trier. Foto: Goldener Stern UG. Foto: (h_st )


Wer "City Royale" auf der großen Leinwand sehen will, hat die Wahl. Ab Mittwoch, 4. Oktober, läuft der abendfüllende Streifen von Jürgen Becker und Michael Schu sowohl im Broadway-Kino als auch im Cinemaxx. Wie lange er läuft, hängt natürlich von der Zuschauerfrequenz ab. "Freck langsam" zog 2010 insgesamt 8000 Besucher ins Kino und lief mehrere Wochen, insgesamt 22 000 DVDs gingen über die Ladentheken. Auch "City Royale" wird auf DVD erscheinen - ab Dezember.