"Die fahren hier wie die Schweine!"

"Die fahren hier wie die Schweine!"

Die neue Tempo-30-Zone in Trier-Süd (der TV berichtete) stößt auf Zustimmung bei den Anliegern. Sie hoffen, dass der Stadtteil sicherer und ruhiger wird — wenn das Tempolimit beachtet wird.

Trier-Süd. (LH) Als "längst überfällig" bezeichnen etliche Anwohner in Trier-Süd in einer Spontan-Umfrage des Trierischen Volksfreunds die wenige Tage alte 30-Kilometer-Zone in den Straßen zwischen Saarstraße und Hohenzollernstraße, Südallee sowie Pacelli-Ufer. Dieses Karree wurde von der Stadtverwaltung für eine geschwindigkeitsreduzierte Zone auserkoren.

"Verkehrliche Charakteristik", "örtliche Gegebenheiten" und "rechtliche Voraussetzungen" für eine Tempo-30-Zone hätten vorgelegen, teilt Stadt-Sprecher Ralf Frühauf auf TV-Anfrage mit. In Teilbereichen gab es zwar schon eine Beschränkung auf 30 Stundenkilometer, doch jetzt gilt das Tempolimit im ganzen Beritt. Nicht zu vergessen: Die Vorfahrt wurde geändert. Jetzt gilt rechts vor links.

Was verspricht sich die Verwaltung davon? Ralf Frühauf sagt, es handele sich fast ausschließlich um Wohnstraßen ohne Busverkehr, die wegen ihrer Nähe zum Altstadt-Kern einen hohen Anteil an Fußgängern und Radfahrern aufwiesen. "Für diese schwächeren Verkehrsteilnehmer wird die Sicherheit verbessert."

Und was halten Anwohner und Besucher von der Neuerung? Katrin Eisenbach schiebt einen Kinderwagen vor sich her. Wünschenswert sei, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die neue Vorgabe hielten, sagt die junge Mutter. Schneller als Tempo 30 zu fahren sei ohnehin verantwortungslos in den engen Straßen mit ihren Unebenheiten.

Der Laden von Friseurin Gaby Donwen ist nur durch einen schmalen Gehweg von der Nikolausstraße getrennt. "Es wurde höchste Zeit. Vor Jahren sind hier ein Kind und ein älterer Mensch überfahren worden — tot!"

Eine ältere Dame ruft aus einem Fenster im zweiten Stock: "Die fahren hier wie die Schweine!"

Den fließenden Verkehr zu überwachen fällt jedoch in die Zuständigkeit der Polizei und ist keine Aufgabe der Kommune, wie Ralf Frühauf erklärt. Er rechnet aber damit, dass die Polizei in "eigener Kompetenz" über entsprechende Schritte entscheiden wird.

Ortsvorsteherin Jutta Föhr spricht angesichts der Neuregelungen von einem "guten Tag". Auch der Ortsbeirat war dafür. Die Ortsteilchefin will nun überlegen, ob die Zone nicht auch auf die andere Seite der Saarstraße ausgedehnt werden kann. Unter Umständen könne man später auch die Saarstraße in die Überlegungen einbeziehen. Das oft diskutierte, noch nicht vorliegende Verkehrskonzept könnte dabei eine gewichtige Rolle spielen.

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