Die Hochschule Trier hat für 2018 große Pläne

Bildung : Aufbruchstimmung am Schneidershof - Hochschule Trier investiert 30 Millionen Euro

Die Hochschule Trier investiert in den kommenden drei Jahren 30 Millionen Euro. Doch gegen zurückgehende Studierendenzahlen sind auch Konzepte gefragt.

Wie attraktiv ist die Hochschule Trier für junge Menschen? Diese Frage beschäftigt angesichts des stärksten Rückgangs der Studierendenzahlen seit Jahren derzeit nicht nur Präsident Norbert Kuhn. „Der demografische Wandel kommt auch auf die Hochschulen zu“, ist Kuhn überzeugt. 240 Studierende weniger als 2016 sind angesichts der Gesamtzahl von 7635 zwar nicht dramatisch. Einen weiteren Rückgang in dieser Größenordnung will das Präsidium aber auch mit Blick auf Forschungsmittel und die anstehende Diskussion über den Doppelhaushalt des Landes vermeiden.

Das Jahr 2018 soll deshalb im Zeichen der Studierendenakquise stehen. „Unsere wichtigste Aufgabe ist es, den Fachkräftebedarf für die Region zu decken“, sagt Kuhn, der im Sommer für eine zweite, sechsjährige Amtszeit gewählt werden will. „Wir müssen uns dafür stärker internationalisieren und gleichzeitig die Studierenden für die Region begeistern. Unser Erfolg hängt dabei auch von der Attraktivität Triers ab.“

Am Image als lebenswerte Wissenschaftsstadt könne durchaus noch gearbeitet werden, meint Kuhn. Wie dieser sogenannte weiche Standortfaktor verbessert werden kann, soll unter anderem im März bei einem gemeinsamen Workshop mit der Trier Tourist- und Marketing GmbH (TTM) diskutiert werden. Eine gute Zusammenarbeit gebe es auch mit der Universität. Mehr Messeauftritte und Publikationen in überregionalen Medien sind fest eingeplant.

Mangelndes Selbstbewusstsein sei nicht angebracht, angesichts der attraktiven Studienangebote in Trier, auf dem Umweltcampus Birkenfeld und dem kleinen Hochschul-Ableger in Idar-Oberstein, meint Kuhn und verweist exemplarisch auf die hohe Nachfrage beim noch jungen Bereich Gesundheitswesen und den  seit Jahren aufstrebenden Games-Bereich. „Da haben wir mit derzeit 1200 jungen Frauen und Männern in Deutschland, vielleicht sogar in Europa die meisten Studierenden.“ Im Mittelpunkt steht dabei nicht nur die Entwicklung von digitalen Spielen. Immer wichtiger werden neue innovative spielerische Anleitungen für komplexe Arbeiten. Ziel muss es nach Meinung von Kuhn sein, Trier als Adresse für Games-Startup-Unternehmen zu etablieren. „Dazu benötigen wir aber auch Unterstützung vom Land, denn Trier hat zwar zwei Hochschulen, aber kaum Forschungsinstitute.“

Das Jahr 2018 ist für die Hochschule Trier aber auch wieder ein Jahr der Baustellen und Investitionen. Rund 30 Millionen Euro stellt das Land für wichtige Baumaßnahmen bis 2020 zur Verfügung. Größtes Einzelprojekt ist der Umbau des ehemaligen Gebäudes der Staatsanwaltschaft Trier am Irminenfreihof. Mindestens zehn Millionen Euro („Wir erwarten grünes Licht für den Baubeginn.“) werden dort investiert, um für den Bereich Architektur bessere Studienbedingungen zu schaffen. Gemeinsam mit den benachbarten Bereichen Modedesign (Irminenfreihof) und Kommunikationsdesign/Innenarchitektur (Paulusplatz) soll nahe der Innenstadt ein kreatives Zentrum der Hochschule entstehen. „Wir erhoffen uns davon Impulse für die Interaktionen zwischen den Fachrichtungen.“

Aber auch auf dem teilweise unter Denkmalschutz stehenden und deshalb räumlich beengten Campus Schneidershof ist die Aufbruchstimmung im wahrsten Sinne des Wortes zu sehen. So wird derzeit die komplette Zufahrt für 2,5 Millionen Euro saniert und umgebaut. Drei große Hörsäle werden auf Vordermann gebracht (1,8 Millionen Euro). Und mit der Grundsanierung der beiden Lehrgebäude A und B für jeweils acht Millionen Euro ist auch für die Jahre   2019 und 2020  rege Bautätigkeit gewiss. 500 000 Euro werden zudem für Maßnahmen zur Barrierefreiheit investiert. Trotz dieser umfangreichen Investitionsliste formuliert Hochschulpräsident Norbert Kuhn Wünsche an die Landesregierung, auch mit Blick auf Forschung und Lehre. „Wir erhoffen uns von dem zum Jahresende angekündigten Hochschulzukunftskonzept eine Stärkung der rheinland-pfälzischen Hochschulen, denn bundesweit ist die finanzielle Situation nur in Mecklenburg-Vorpommern noch schlechter.“ Mehr Mitsprache und effektivere Steuerungsmöglichkeiten könnten nach seiner Meinung über Zielvereinbarungen realisiert werden.  

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