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Die Hüter des Straßenverkehrs

Die Hüter des Straßenverkehrs

TRIER-SAARBURG/TRIER. Es kracht immer wieder auf den Straßen des Kreises Trier-Saarburg – allerdings weniger oft als 2005. Die Unfallkommission des Landesbetriebs Mobilität Trier zählte in ihrer jüngsten Statistik im Jahr 2006 23 Unfälle weniger.

Die gute Nachricht zuerst: Mit insgesamt 7157 Unfällen im Kreis Trier-Saarburg und der Stadt Trier (außerhalb der Ortsdurchfahrten) ging die Zahl der registrierten Schadensereignisse im Straßenverkehr 2006 im Vergleich zum Vorjahr mit 7180 (Differenz: 23 Unfälle) immerhin leicht zurück. Damit setze sich der Trend (wenn auch weniger stark) der vergangenen Jahre fort, erläutert Klaus Wagner, Leiter der beim Landesbetrieb Mobilität (LBM) angesiedelten "Unfallkommission". Ihre Aufgabe besteht darin, Unfälle genauer unter die Lupe zu nehmen, um durch genaue Analyse für Abhilfe zu sorgen. Zu solch empfohlenen Maßnahmen zählen etwa bauliche Veränderungen an der Straße oder ganz banale Dinge, wie Markierungen oder Verkehrszeichen anbringen, versetzen oder auch wegräumen, wenn unklare Schlüsse gezogen werden können. "Unfallsteckkarte" als Grundlage

Seit vielen Jahren trifft sich die Kommission in steter Regelmäßigkeit im Frühjahr, um Unfallhäufungen des vergangenen Jahres zu untersuchen und zu bewerten. Vertreter des LBM, der Polizei und der Verkehrsbehörden bei Verbandsgemeinden, Stadt- und Kreisverwaltung treffen sich unter anderem zum "grünen Tisch", besser an der "grünen" Wand mit der "Unfallsteckkarte", die bei den Polizeiinspektionen bearbeitet wird. Trotz eines Wirrwarrs von bunten Nadeln erkennt der Fachmann auf Anhieb, um welche Kategorie von Unfällen (je nach Farbe) es sich im Einzelnen handelt. Um ganz gezielt Ursachenforschung zu betreiben, bleibt die Kommission allerdings nicht nur am (Beratungs-)Tisch sitzen, sondern begibt sich vor Ort, um die neuralgischen Stellen zu begutachten und nach Lösungen zu suchen. Nur zu gut erinnert sich Verkehrsingenieur Klaus Wagner an die Bundesstraße 51 "Trierer Berg", wo es einst pro Jahr bis zu 30 Mal schepperte - mit teils schweren Personenschäden. Wagner weiß natürlich, dass gegen zu schnelles Fahren kein Kraut gewachsen ist. Aber: "Lösungen - manchmal ohne großen Aufwand - können sich immer wieder ergeben": Und siehe da: Seitdem die Überholspur "eingezogen" wurde, sei die Unfallhäufung wie weggewischt. Weiteres Beispiel: Am Zusammentreffen von zwei viel befahrenen Bundesstraßen (B 268 und B 407) bei Zerf sorgte der Bau eines Verkehrskreisels für Abhilfe: "Kein Unfall-Häufungspunkt mehr", so Wagner stolz. Schutzmaßnahmen bei Zemmer

Letztes Beispiel: Deutlich zurückgegangen sei die einst unfallträchtige Landesstraße 46 zwischen Kaiserhammer und Zemmer, mit teils schweren Motorradstürzen: Runter mit der Geschwindigkeit, Kurventafeln und der Unterfahrschutz ließen laut Wagner die Unfälle "deutlich zurückgehen" und hätten die gesundheitlichen Folgen für gestürzte Zweiradfahrer abgemildert. Ein probates Mittel, um die Sicherheit zu erhöhen, fand die Kommission einst mit der "Straßenmeisterlösung" auf kleinem Dienstweg. Will heißen: Die Fahrbahn wurde verbreitert, um wenigstens eine einfache Linksabbiegerspur zu schaffen. Zumindest PKW können an links abbiegenden Fahrzeugen vorbeifahren. Beispiel: Zufahrt zum Mitfahrerparkplatz bei Reinsfeld. Wagner und seine Mitstreiter kennen auch ihre Grenzen: Schwierig, etwas zu bewirken, wird es an einer Engstelle wie der Kreisstraße 133 "Wiltinger Kupp", wo der Weinberg nicht einfach so versetzt werden kann. Von den insgesamt sechs Verkehrsunfällen 2006 waren fünf so genannte "Spiegelunfälle" im Begegnungsverkehr. Wagner: "Da haben die berühmten paar Zentimeter gefehlt." Einziger Trost: "Personenschäden verursachen solch untergeordnete Unfälle gottlob keine."