Die KG Trier-Süd weiß noch nicht, wo sie ihre Sitzungen 2020 abhält

Infrastruktur : Die Zukunft des Narrentempels in Trier-Süd steht in den Sternen

Die Karnevalsgesellschaft weiß noch nicht, wo sie ihre Sitzungen 2020 abhält. Für das Weihnachtsmärchen ist eine Lösung gefunden.

Zweite Novemberhälfte – das ist normalerweise die Zeit, in der die KG Trier-Süd 1923 den Kartenvorverkauf für ihre kommenden Karnevalssitzungen startet. Doch nicht in diesem Jahr. Zwar stehen die Termine (2., 15. und 22. Februar) fest, nicht aber, wo die Sitzungen und weitere Partyveranstaltungen über die Bühne gehen sollen.

„Offen gestanden: Wir wissen das momentan leider noch nicht“, bedauert Vereinschef Michael Steffen (50). Denn von der  vereinseigenen Festhalle am Bach (Nähe Bahnhof Trier-Süd) gibt es offiziell noch keine Neuigkeiten. Über sie hat die Stadtverwaltung aus baurechtlichen Gründen  ein Nutzungsverbot verhängt (der TV berichtete). Die KG Trier-Süd strebt eine von Baudezernent Andreas Ludwig in Aussicht gestellte Sondernutzungserlaubnis für die kommenden Session an. Dazu muss der Verein vor allem in Sachen Dachstatik, Brandschutz und Notausgänge nachbessern und Auflagen erfüllen. Ein Prozess, der noch läuft. Derweil läuft für 2020 die Zeit davon, und die Gerüchteküche kocht über. Nachdem Frank Urbanek (seit Samstag 44) im September von seinem Amt als Vorsitzenden zurückgetreten ist, heißt es schon: Die KG Trier-Süd ist am Ende.

„Das ist völliger Unsinn. Der Verein lebt!“, entgegnet Urbanek. „Fakt ist: Ich bin beruflich sehr eingespannt und habe auch feststellen müssen, dass zwischen mir und dem restlichen Vorstand die Chemie nicht 100-prozentig stimmt. Deshalb habe ich den Weg freigemacht für eine andere personelle Konstellation. Aber ich bin nach wie vor im Verein aktiv und mache im Hallensanierungsgremium mit.“

Zu neuen personellen Konstellationen ist es tatsächlich gekommen. Neben Steffen, der als vormaliger Vize automatisch in die Führungsrolle nachgerückt ist, präsentiert sich nun Ulrich Krugmann (53) als Macher. Der frischgebackene 2019er Träger des begehrten Franz-Weißebach-Preises ist Ehrenratsträger der Trier-Süder und engagiert sich nun ebenfalls massiv, um die Halle schnell wieder nutzbar zu machen – und für den Notfall einen „Plan B“ zu erstellen, sprich: Ausweichmöglichkeiten zu finden.

In Sachen Weihnachtsmärchen ist die KG Trier-Süd fündig geworden. „Aschenputtel – Träume werden Wirklichkeit“ wird am 14. und 15. Dezember jeweils um 14.30 Uhr im Saal des Pfarrzentrums St. Matthias aufgeführt (Vorverkauf bei Schreibwaren Schmotz, Matthiasstraße 8). Der Matthiassaal stellt aber keine Option für die Sitzungen dar, da er bereits für pfarreiinterne (Karnevals-) Veranstaltungen verplant ist.

Die Vorbereitungen auf die Session laufen notgedrungen ebenfalls außerhalb der Festhalle ab. So proben die Tanzgarden im Haus der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in der Saarstraße.

Die Hoffnung der Trier-Süder: die drei 2020er Sitzungen  sowie das Ordensfest (24. Januar) in der provisorisch bespielbar gemachten Halle am Bach abhalten zu können. Was aber keine Zukunftslösung sein kann. Die Halle per Sanierung dauerhaft nutzbar zu machen, dürfte schätzungsweise mindestens 300 000 Euro kosten.

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