Die Kinder der Zukunft

TRIER-NORD. "Wir sind die Kids der Zukunft", sangen die Schüler der Theodor-Heuss-Hauptschule voller Selbstbewusstsein und Überzeugung. Dass sie diese Zukunft in Frieden erleben – global ebenso wie in Familie oder Schule – darum drehte sich alles während ihres Schulprojektes "Zeichen setzen, Gemeinschaft schaffen".

"In Frieden in der Klasse, der Familie, in unserem Viertel zu leben, ist manchmal gar nicht so leicht", moderierte Martin Folz das erste Lied an, die Hymne auf den Stadtteil Trier-Nord, die der Chor der fünften Klasse der Theodor-Heuss-Hauptschule zum Besten gab. Folz hatte während des Schulprojekts rund um das Thema Frieden die künstlerische Leitung. Es war Bestandteil der Kulturwoche "geDENKtage" des Europäischen Zentrums für Chorkultur. Auch das Bürgerhaus Trier-Nord beteiligte sich an der Arbeit. Fächerübergreifend, im Musik-, Kunst- und Ethikunterricht, konnten die Schüler das Thema begreifen lernen. Friedensprojekt in Unterricht integriert

Im Fach Kunst diente die Schulstunde dazu, Bilder von Friedenstauben oder Zirkusszenen, passend zum Song "Ich möchte mit einem Zirkus ziehen", zu malen. Die Musikstunde wurde dazu genutzt, vier Lieder einzustudieren. Aus eigenem Antrieb steuerten die drei Jungen Alban Mahmudi, Arthur Robertus und Oliver Niggemeyer ihren Beitrag zum Schulprojekt bei: Den Chor unterstützten sie, indem sie die Texte mit kleinen szenischen Darstellungen untermalten. Der Ethikunterricht von Lehrer Martin Packmohr in Zusammenarbeit mit Maren Zollikofer, beim Bürgerhaus zuständig für Kinder- und Jugendarbeit, war in den vergangenen Wochen geprägt von Gesprächen, Rollenspielen und pantomimischen Darstellungen von Gefühlen. Zollikofer und Packmohr zogen eine positive Bilanz, denn auch Kinder, die sonst nicht miteinander klar kämen, hätten sich "der gemeinsamen Sache wegen zusammengerauft". Das Projekt war in der kontinuierlichen Gewaltpräventionsarbeit des Bürgerhauses und der Streitschlichtungsarbeit der Schule ein weiterer Baustein, mit dem den Kindern ein friedlicher Umgang miteinander vermittelt werden sollte. "Anknüpfungspunkt für uns war das Kriegsende vor 60 Jahren. Aber der Blick zurück kann nicht alles sein. Es war uns wichtig, mit der Vision von Frieden in die Schulen zu gehen, um das nicht abstrakt zu sehen, sondern es auf den Alltag herunter zu brechen", so Carola Ehrt vom Europäischen Zentrum für Chorkultur. Wie viel Freude und Initiative die Schüler bei der Arbeit und der Aufführung im Bürgerhaus gezeigt haben, begeisterte auch Schulleiterin Clementine Longuich. "Dass ihr in der Gemeinschaft für die Gemeinschaft gearbeitet habt, hat mir Mut gemacht." Die Fünftklässler sangen von der Unterschiedlichkeit der Menschen. So verschieden sie auch seien, die Gesichter unterschiedliche Züge hätten, so unverwechselbar seien sie auch. Diese Vielfalt, die es gilt, ohne Identitätsverlust in einer Gemeinschaft zusammen zu führen, besangen die Kinder der Zukunft, die während des Projekts ein bisschen mehr zu Freunden geworden sind.