Die Kraft der Vorstellung

Die sieben, zum Teil völlig gehörlosen Künstler kommen aus Koblenz, München und dem Westerwald. In ganz Deutschland, zum Teil sogar international, haben sie mit ihren Bildern und Skulpturen Erfolge zu verbuchen. Derzeit machen die Künstler Station im Waldracher Rathaus.

 Gehörlose Künstler stellen in Waldrach aus. TV-Foto: Anja Fait

Gehörlose Künstler stellen in Waldrach aus. TV-Foto: Anja Fait

Waldrach. (anf) "Die Gehörlosigkeit schärft den Blick für das Wesentliche", sind sich die Künstler einig. Jürgen Klein, Manfred Merz, Claudia Krämer, Susanne Weber-Kühnlein, Roland Kühnlein, Birgit Lahr und Robert Bisl - sieben, zum Teil von Geburt an gehörlos, haben sich zusammengefunden, um sich selbst, ihre Sprache und Gefühle, in ihren Werken darzustellen. Sie benutzen dazu knallbunte Farben (Jürgen Klein, Pop-Art-Stil) wie zarte Pastelltöne (Claudia Krämer, Romantik). Manfred Merz will mit seinen Gemälden seiner Umwelt "etwas jener feinen, visuellen Beobachtungsgabe und inneren Vorstellungskraft, welche den meisten Menschen ohne Gehör zu eigen ist", mitgeben. Während Susanne Weber-Kühnlein und Robert Kühnlein (München) seit den 80er Jahren künstlerisch aktiv sind, malt Birgit Lahr (Mühlheim an der Ruhr) schon seit ihrer Kindheit. Sie malt detailgetreu Pferde, Pflanzen und wildlebende Tiere in Öl. Der einzige metallverarbeitende Künstler in der Gruppe ist Robert Bisl. Seine Skulpturen sind aus einfachen Baumaterialien, Resten und Abfallstücken hergestellt. Bisl arbeitet unter anderem mit Edelstahl, Messing und Kupfer. Pop-Artmaler Jürgen Klein hat die befreundete Gruppe, die sich bereits vor Jahren bei "Kulturtagen für Gehörlose" kennengelernt hat, zu einer gemeinsamen Ausstellungen animiert. Unter dem Motto "Unsere Bilder sind unsere Sprache" sind die Werke der siebenköpfigen Gruppe noch bis 18. Dezember 2010 im Waldracher Rathaus ausgestellt.