Die Lebensfreude, der Wein und das Herz

Die Lebensfreude, der Wein und das Herz

Herzkranke müssen sich schonen und dürfen keinen Alkohol trinken. "Stimmt nicht!" sagt Professor Bernd Krönig, Vorsitzender des Forums "Wein und Gesundheit". Neben regelmäßiger Bewegung sei auch moderater Weingenuss gesundheitsfördernd.

Mertesdorf. (QO) Einen Weiß- und einen Spätburgunder von 2007 aus dem Anbaugebiet Mosel präsentierte Weinkönigin Sonja Christ den anwesenden Weinliebhabern im Weingut Erben von Beulwitz im Hotel-Weingut Weis: "Er erfreut sich steigender Beliebtheit, die hiesige Mineralität hat sich mit den guten Burgunder-Eigenschaften vereint." Wein stehe für Lebensfreude und habe viel mit gesunder Lebensweise zu tun. "Es ist ein Irrtum, dass nur Rotwein bei mäßigem Genuss positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat", ergänzte Karl Kirch, stellvertretender Vorsitzender des "Moselwein e.V." und Initiator der dreiteiligen Vortragsreihe "Gesund genießen mit Wein" mit Professor Bernd Krönig. Dieser führte im Verlauf des Abends eine Vielzahl von Untersuchungen an, die die gesundheitsfördernde Wirkung der Weininhaltsstoffe belegten. Das Schwerpunktthema: Wein und koronare Herzerkrankungen beziehungsweise Herzinsuffizienz.

Als "französisches Paradox" wird die Tatsache bezeichnet, dass Südfranzosen trotz üppiger Ernährung und hohen Rotweinkonsums weitaus seltener an Herz-Kreislauferkrankungen leiden als Menschen anderer Industrienationen. Bereits vor über 15 Jahren wurden die vermehrt im Rotwein vorkommenden Phenole dafür verantwortlich gemacht. "Weißwein enthält weniger Phenole, doch die pharmakologische Wirkung ist ebenbürtig, da sie offenbar potenter sind", erklärte der bekannte Trierer Internist Bernd Krönig. Die Weininhaltsstoffe sorgten für elastischere Gefäße, weniger Arteriosklerose und beugten so Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor. Diese seien in Deutschland im Jahr 2007 für über 40 Prozent der Todesfälle verantwortlich gewesen.

Anhand zahlreicher Studien konnte Krönig aufzeigen, dass maßvolle Weintrinker deutliche gesundheitliche Vorteile gegenüber Bier- oder Schnapstrinkern sowie Abstinenzlern hatten, so auch eine höhere Lebenserwartung. Wichtig sei dabei die innere Einstellung: "Weintrinker stehen nicht am Tresen und kippen ein Glas nach dem anderen herunter." Statistisch gesehen rauchten Weintrinker weniger, seien weniger übergewichtig, betätigten sich mehr körperlich und äußerten mehr Lebenszufriedenheit. "Auch die immunologische Abwehr hängt viel mit der Lebenseinstellung zusammen", stellte der Internist fest. Was den Rot- oder Weißwein betrifft, so rät er, "den individuellen Neigungen nachzugehen und ihn moderat zu den Mahlzeiten zu genießen."

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