Die letzte Küchenparty in Trier (Fotos)

Nach 25 Jahren : Die letzte Benefiz-Küchenparty in Trier (Fotos)

Höchster Genuss für einen guten Zweck – das ist seit 25 Jahren die Basis der großen Trierer Küchenparty. Doch am Montagabend kommt auch Wehmut dazu, denn im nächsten Jahr wird alles anders.

Die 25. Küchenparty in Trier ist die Letzte ihrer Art. Die Botschaft ist am Montagabend allgegenwärtig in den Räumen des Mercure-Hotels an der Porta Nigra, in denen 250 Gäste die Leistungen von neun herausragenden Köchen und elf erstklassigen Weingütern genießen. Die Stimmung ist gut, das ist sie schließlich immer. Aber viele der anwesenden Firmenchefs, Direktoren, Ärzte, Rechtsanwälte und Träger hoher Posten und Ämter sind langjährige Stammgäste dieser Benefiz-Veranstaltung und lassen ein wenig Wehmut erkennen.

Über viele Jahre haben sie das Prinzip mitgetragen, Gourmetmenüs und edle Tropfen mit guten Gesprächen oder auch Geschäftsideen zu verbinden und dabei auch Gutes zu tun. Denn der hohe Eintrittspreis, mittlerweile sind es 150 Euro, geht zum großen Teil an den Kinder Kultur Fonds der Kulturstiftung Trier.

Dieser Fonds fördert und unterstützt Kinder aus sozial benachteiligten Familien in Trier in Form von Stipendien, Schul- und Kita-Projekten und kultureller Bildung an sozialen Brennpunkten. Die Köche erhalten nur ihren Wareneinsatz zurück, und auch das Mercure-Team unter der Leitung von Hoteldirektorin Anja Ahnen stellt sich in den Dienst der guten Sache.

Doch es ist wahr: „Die Küchenparty wird es in dieser Form nicht mehr geben“, sagt Rechtsanwalt Andreas Ammer, der Vorstandsvorsitzende der Kulturstiftung, am späteren Abend. „Beim Start vor 25 Jahren war diese Veranstaltung noch ein Unikat in der Region, aber mittlerweile haben viele Köche und Winzer eigene Partys dieser Art. Und wir wollen ihnen natürlich nichts wegnehmen.“

Vor acht Jahren hat die Kulturstiftung die Regie der Küchenparty übernommen. Davor hatte ein prominentes Trierer Ehepaar die Zügel in der Hand. Helmut Schröer, Triers Oberbürgermeister von 1989 bis 2007, und seine Gattin Gisela waren die Initiatoren, die aus der Küchenparty eine beliebte Mischung aus Kultur und Tradition gemacht haben. Der Erlös ging in dieser Zeit an die Arbeitsgemeinschaft für Trierer Kinder, deren Vorsitzende Gisela Schröer war.

Die beiden Schröers sind auch am Montagabend dabei. „Es ist schön, wenn eine so gute Sache über eine derart lange Zeit erfolgreich läuft“, sagt Helmut Schröer und verweigert anschließend standhaft jeden Kommentar zu aktuellen Themen der Trierer Stadtpolitik. Schade.

Nicht nur die Speisen, sondern auch die Weine sind Spitzenklasse. Frank Ruppenthal (links) und Thorsten Olinger werden das sicher gerne bestätigen. Foto: Friedemann Vetter

Einer ist von Beginn an dabei: Hubert „Hubi“ Scheid (Schloss Monaise) präsentiert dieses Mal jedoch nicht sein berühmtes Dessert, sondern eine Gänseleberterrine mit Feigen, Apfel-Ingwersalat und Brioche. Was war früher anders als heute? Hubi muss nicht lange überlegen. „Früher haben die Leute hier bis zum Morgen mit Champagner gefeiert“, sagt er. „Das gibt es heute nicht mehr.“ Aha.

Die große Küche des Mercure-Hotels ist wie immer ein Ort des Genusses und der sozialen Erleuchtung. Hier trifft man sich, bekleidet mit der traditionellen Küchenparty-Schürze, sieht sich um, entscheidet sich für einen der neun Köche, begrüßt Bekannte, führt Gespräche. Und man staunt und bewundert. Peter Schmalen (Schlemmereule) präsentiert ein Bürgermeisterstück vom US-Beef, Harald Wöhrle (Walderdorffs Astoria) die rosa gebratene Brust von der Barberieente auf Linsen-Dal. Oder lieber das Duett vom Rind von Georg Henke (Georg’s Restaurant)?

Wie geht es weiter? „Wir sitzen zurzeit als Team zusammen, um genau zu überlegen, mit welcher Art von Event unsere Stiftung in Zukunft ihren Zweck in Zukunft erfüllen kann“, sagt Andreas Ammer. Dieser Zweck ist weiterhin die Unterstützung benachteiligter Kinder in Trier. Noch gibt es kein präzises Ergebnis, „aber es wird mit Sicherheit etwas von uns zu hören sein“.

Mehr von Volksfreund