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Die letzten "Hindenburglerinnen"

Die letzten "Hindenburglerinnen"

Die Abi-Zeugnisse, die Freitagabend im Hindenburg-Gymnasium verliehen wurden, sind nicht nur für die 96 Abiturienten etwas ganz Besonderes. Die Dokumente sind die letzten, die den alten Schulnamen tragen. Ab dem 1. April trägt das Gymnasium den Namen der Gebrüder Humboldt.

Trier. (woc) Stolz sind die jungen Frauen natürlich auf ihre bestandenen Abiturprüfungen. Und ein bisschen auch darauf, dass sie die letzten Abiturientinnen sind, die ein Zeugnis unter dem alten Namen ihrer Schule in Händen halten. "Ein Humboldt-Zeugnis hätte ich auch gar nicht angenommen", scherzt Lisa Werner.

Tatsächlich war die Umbenennung des Hindenburg-Gymnasiums in Humboldt-Gymnasium keine Idee der Schülerschaft, sondern eine Entscheidung des Stadtrats. Das Gremium entschied 2008 nach heißer öffentlicher Debatte mehrheitlich, dass die 70 Jahre alte Schule nicht mehr länger den Namen des Reichskanzlers tragen könne, der Hitler zur Machtergreifung verhalf. In den nächsten Tagen wird der am Schulgebäude angebrachte alte Namenszug abmontiert. Stattdessen kommt eine modern gestaltete, größere Eisenplatte, aus der der neue Schulname ausgestanzt ist. Die Buchstaben werden von hinten beleuchtet. Bis zum 1. April, dem Tag der offiziellen Umbenennung, bleibt das neue Namenschild allerdings verhüllt. Gelüftet werden soll der Schleier dann in einer kleinen Feierstunde, zu der der Elternbeirat, die Schülervertretung, die Lehrer und die Vertreter aus dem Rathaus eingeladen sind.

"Es trifft sich gar nicht schlecht, dass das der erste Ferientag ist", erklärt Schulleiter Ralph Borschel. So habe man Zeit, während der Osterferien noch einmal zu überprüfen, ob sich der neue Name "Humboldt-Gymnasium" tatsächlich durchgesetzt hat. "Geändert werden mussten Formulare zum Beispiel für Zeugnisse, Elternbriefe, Lehrermitteilungen", erzählt Borschel. Neue Stempel, Dienstsiegel und ein Türschild mussten angefertigt werden. Auch die Internetseite meldet: "Zurzeit wird unsere Homepage komplett neu gestaltet". Unverändert bleibt dagegen das Logo der Schule, das das Gebäude stilisiert in Blau und Gelb zeigt. Auch darauf, dass der Schrifttyp der Formulare und damit ein Wiedererkennungswert erhalten bleibt, hat Borschel Wert gelegt: "Es ändert sich nur der Name und nicht die Identität unserer Schulgemeinschaft."