Die Lokale Agenda 21 Trier feiert 20. Geburtstag.

Jubiläum : Zeitkapsel für die Zukunft

Die Lokale Agenda 21 Trier feiert 20. Geburtstag und überreicht dem Oberbürgermeister dazu eine Box mit Wünschen zur Nachhaltigkeit.

Visionen sind gewollt und gefordert, mitunter sogar existenziell, wenn es um unser aller Zukunft geht und damit auch um Wohl und Wehe eines kommunalen Gemeinwesens. Niemand kann sagen, wie Trier in 20 Jahren konkret aussehen wird, was anders sein wird als heutzutage. Was aktuell aber schon geht in Trier, sind Wünsche für die gemeinsame Zukunft zu formulieren, niederzuschreiben und die Zettelchen dazu in eine „Zeitkapsel“ zu stecken. Das haben rund 60 Bürger bei der Sommeraktion der Lokale Agenda (LA) 21 Trier getan.

Ein Großteil der Wünsche bezieht sich auf einen besseren ÖPNV (öffentlichen Personennahverkehr), eine lebenswerte (noch) grünere Stadt ohne stinkende Abgase, in der Autos überhaupt nicht mehr benötigt werden, weil kostengünstige und umweltfreundliche Busse fahren und viel Platz fürs Fahrradfahren sein wird, fasst LA-Geschäftsführerin Sophie Lungershausen einige Zukunftsvorstellungen zusammen.

Die in der Farbe der Hoffnung gehaltene Zeitkapsel, eine Box mit den Wünschen, übergaben die Teilnehmer – anlässlich der Feier des 20-jährigen Bestehens der LA – in die Obhut des Trierer Oberbürgermeisters Wolfram Leibe. Mit dem Hinweis, dass sie nicht vor dem 28. August 2039, also erst in 20 Jahren, geöffnet werden dürfe. Dann könne man sehen, was von den Wünschen der Trierer aus dem Jahr 2019 von den Politikern verwirklicht wurde, in den dann zurückliegenden 20 Jahren. Eines anwesenden Notars oder Siegeldrucks bedurfte es bei der Übergabe nicht. Allerdings war eine getrennte Aufbewahrung vereinbart worden: die kleine Zettelbox bei der Verwaltung, die Schlüssel dazu bei der LA.

Ein weiterer Programmhöhepunkt der Jubiläumsfeier, zu der viele Gleichgesinnte, Unterstützer und Freunde der LA auf den Trierer Viehmarktplatz kamen, waren die Ergebnisse des Stadtradelns 2019 (siehe Info).

Musik kam von „Cochi Vudú und der Menschenzoo“. Außerdem gab es Wein und Essen aus der Region unter anderem von foodsharing, einer Initiative, die sich gegen Lebensmittelverschwendung engagiert. Begleitet wurde die Veranstaltung vom Trierer Abendmarkt mit Anbietern von regionalen Produkten. Themen, die der LA wichtig sind: kurze Wege zwischen Produzenten und Endverbrauchern und fairer Handel. „Nachhaltigkeit“ sei das „oberste Ziel“ allen Trierer LA-Handelns, sagte der Vorstandsvorsitzende Hans-Jürgen Bucher, „nachhaltig ist, was auch in der Zukunft Bestand hat – ganz gleich, ob es sich um Kleidung, Lebensmittel, Gebäudesanierung oder Stadtentwicklung handelt.“

Julia Schneider, ebenfalls Vorstandsvorsitzende, betonte, dass die Lokale Agenda Trier ein eingetragener Verein sei, was eine größtmögliche Unabhängigkeit biete. In anderen Städten agierten Lokale Agenden als Teil in einer Verwaltung, was eine weniger glückliche Lösung sei.

Bucher äußerte gleich zwei Geburtstags-Wünsche: zum einen mehr Mitglieder, um die LA noch stärker in der Bevölkerung zu verankern, zum zweiten: finanzielle Unterstützung der Stadt, angelehnt an den Ratsbeschluss von 1988, mit dem eine finanzielle Beteiligung der Stadt am LA-Etat von 50 Prozent festgeschrieben sei. Derzeit belaufe sich die Stadtbeteiligung auf etwa ein Viertel des Etats.

Ein Wunsch, für den der OB durchaus Verständnis aufbrachte, allerdings mit dem Hinweis, dass sich die Landkreise der Region nicht beteiligten bei der Finanzierung. Anliegen der Lokalen Agenda seien schließlich unser aller Anliegen und machten keineswegs halt vor den kommunalen Grenzen der Nachbarn.

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