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Die meisten Rohre sind ungesichert

Die meisten Rohre sind ungesichert

Der tragische Unglücksfall am Sonntagmorgen auf dem Campingplatz in Zeltingen-Rachtig, bei dem ein Urlauber tödlich gestürzt war, wirft Fragen auf. Warum war die Stelle, an dem sich das Entwässerungsrohr befindet, nicht abgesichert?

Zeltingen-Rachtig. Seit Sonntag sichert ein gelbes Absperrband den mit Gestrüpp und Gras zugewachsenen Einmündungsbereich des zwei Meter großen Entwässerungsrohrs. Nur wenige Meter davon entfernt stehen Campingzelte. In der Nacht zum Sonntag war ein 64-jähriger Urlauber, der mit seinem Hund spazieren ging, vom Rand des Rohres zwei Meter tief gestürzt und hatte sich dabei tödlich verletzt (der TV berichtete). Gestern waren der erste Beigeordnete der VG-Bernkastel-Kues, Leo Wächter, Heiner Nilles von der VG-Verwaltung und der Ortsbürgermeister von Zeltingen-Rachtig, Manfred Kappes, vor Ort, um sich die Unglücksstelle anzuschauen. In Kürze wird die Gemeinde, der der Campingplatz gehört, dort einen Zaun anbringen lassen. Ferner werde man, so Nilles, alle Camping- und Wohnmobilstellplätze, in deren Bereich solche Rohre in die Mosel münden, inspizieren und gegebenenfalls dort ebenfalls Absicherungen vornehmen.

Vor zwölf Jahren ließ das Abwasserwerk das Rohr verlegen. Es dienst als Entlastungskanal, in den aus einem Staubecken bei starken Regenfällen das Wasser kontrolliert in die Mosel abgelassen wird. Der wasserrechtliche Erlaubnisbescheid enthalte, so Nilles, keine Vorgaben bezüglich einer Absturzsicherung. Die Baumaßnahme sei wie geplant ausgeführt und vom Wasser- und Schifffahrtsamt beziehungsweise von der damaligen Bezirksregierung Trier abgenommen und genehmigt worden.

Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Nord in Koblenz teilte auf Anfrage mit, dass solche Rohre, falls sie, wie im Fall Zeltingen-Rachtig, im Überschwemmungsgebiet liegen, in der Regel nicht mit einem Zaun abgesichert werden. Die Polizei Bernkastel-Kues hat gestern ihre Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft Trier vorgelegt.